Martin kritisiert Fahrerprotest: "Eine Lachnummer"

Der deutsche Radprofi Tony Martin kritisierte die Uneinigkeit im Peloton.

Tour de France

Martin kritisiert Fahrerprotest: "Eine Lachnummer"

Radprofi Tony Martin hat harsche Kritik am Fahrerprotest auf der vierten Etappe der Tour de France geübt und hält derartige Aktionen für untauglich im Kampf für mehr Sicherheit.

"Für mich war das gestern ein Scherz, eine Lachnummer, was wir da geboten haben", sagte der Jumbo-Visma-Profi im Ziel des Einzelzeitfahrens am Mittwoch (30.06.2021) in Laval.

Der 36-Jährige hatte vor allem mit der Form des Protestes ein Problem. "Entweder machen wir einen richtigen Streik oder wir lassen es sein", sagte Martin: "Aber für zwei Minuten anhalten und dann zehn Kilometer lang bummeln, was noch nicht einmal bummeln war ..."

"Es muss auf politischer Ebene etwas passieren"

Wie Sprint-Routinier André Greipel berichtete, hatte sich das Feld vor der Etappe für den kurzen Stopp und anschließenden "Bummelstreik" als Protestaktion gegen die heikle Streckenführung und die vielen Stürze auf der dritten Etappe entschieden. Greipel musste das Feld dann aber erst zum Stoppen bewegen.

"Da sieht man einfach, wie uneinig die Fahrer sind", sagte Martin: "Die logische Konsequenz daraus ist, dass wir keine Stärke als Fahrer haben. So werden wir nichts bewegen. Es muss oberhalb der Fahrer auf politischer Ebene etwas passieren."

Auch der slowakische Ex-Weltmeister Peter Sagan, wie Martin eines der Sturzopfer, sah die Aktion kritisch. "Ich frage mich, was die Proteste ändern werden. Wir müssen unsere Einstellungen ändern, anderenfalls wird es schlimmer", sagte der Bora-Star: "Wir fahren Rennen, wir sind Rivalen, das ist der Faktor. Ich weiß nicht, wem man für die Stürze die Schuld geben soll."

sid | Stand: 30.06.2021, 15:13

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