Peter Sagan steigt angeschlagen bei der Tour aus

Peter Sagan bricht die Tour de France verletzungsbedingt ab

108. Frankreich-Rundfahrt

Peter Sagan steigt angeschlagen bei der Tour aus

Peter Sagan beendet die Tour de France vorzeitig. Der Bora-hansgrohe-Profi ist angeschlagen - und hinterlässt Gerüchte um seine Zukunft.

Der dreimalige Weltmeister Peter Sagan hat bei der 108. Tour de France vor dem Start der zwölften Etappe das Rennen aufgegeben. Der Star des deutschen Teams Bora-hansgrohe litt unter einer Knieverletzung, die er sich bei einem Sturz auf der dritten Etappe zugezogen hatte.

"Es ist eine schwere Entscheidung. Mein Knie ist wieder geschwollen und ich kann mein Bein nicht anwinkeln. Wenn man sein Bein nicht bewegen kann, bringt es gar nichts", sagte Sagan am Donnerstag (08.07.2021). Er wolle sich nun einige Tage schonen und dann auf die Olympischen Spiele vorbereiten.

Wechsel zu französischem Rennstall im Gespräch

Angeschlagen war Sagan seinen Zielen bei der Tour weit hinterhergefahren. Und vermutlich trug er ein letztes Mal das Trikot der besten deutschen Mannschaft. Ein Wechsel zum zweitklassigen französischen Rennstall TotalEnergies soll laut diversen Medienberichten bereits feststehen.

"Ihr wisst doch genau, dass ich erst ab dem 1. August etwas sagen kann", antwortet Sagan Reportern und hält sich damit an die Vorschriften des Weltverbandes. Andererseits hätte eine Einigung mit Bora-Boss Ralph Denk längst feststehen und schon vor August kommuniziert werden können. Deshalb deutet vieles auf einen Abschied hin.

Superstar der Szene

Sagan ist ohne Zweifel umworben. Neben seinen drei WM-Titeln hat er das Grüne Trikot sieben Mal gewonnen, dazu diverse Klassiker-Erfolge eingefahren. Und mit 31 Jahren ist der Slowake noch nicht am Ende seiner Leistungsfähigkeit angekommen, selbst wenn er nicht mehr die Siegmaschine der vergangenen Jahre ist.

Allerdings ist das Gesamtpaket Sagan teuer. Neben dem Gehalt von angeblich fünf Millionen Euro pro Jahr hängt an dem Superstar der Szene eine Entourage von sagenhaften elf Leuten. Neben den Fahrern Daniel Oss, Erik Baska, Maciej Bodnar, seinem Bruder Juraj Sagan bringt er noch zwei Mechaniker, zwei Physiotherapeuten, einen Sportdirektor, einen Pressesprecher und einen weiteren Betreuer mit. So berichtete es Patrick Lefevere, der deshalb umgehend von einer Verpflichtung absah. "Ich möchte kein Team in meinem Team", sagte der Chef von Deceuninck-QuickStep.

Auch Bora noch im Rennen

Die Franzosen schrecken diese Bedingungen offenbar nicht ab, zumal sie einen großen Energie-Konzern im Rücken ab. Und mit einem Star wie Sagan dürfte das Team trotz der Zweitklassigkeit zu den großen Rennen eingeladen werden.

Doch auch Bora ist offenbar nicht aus dem Rennen, würde den Vertrag gern verlängern. Zuvor wollte Sagan bei der Tour eigentlich das achte Mal das Grüne Trikot gewinnen. Doch ein heftiger Sturz im Sprint der dritten Etappe ließ diesen Traum platzen.

red/dpa | Stand: 08.07.2021, 13:18

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