Tour de France: Fahrer protestieren und fordern mehr Sicherheit

Protestaktion für mehr Sicherheit: Peloton bleibt stehen Sportschau 29.06.2021 02:28 Min. Verfügbar bis 29.06.2022 Das Erste

108. Frankreich-Rundfahrt

Tour de France: Fahrer protestieren und fordern mehr Sicherheit

Stillstand bei Kilometer eins: Nach den zahlreichen Stürzen auf der dritten Etappe der 108. Tour de France haben die Fahrer am Dienstag für stärkere Sicherheitsvorkehrungen demonstriert.

Etwa 900 Meter nach dem Start der 4. Etappe von Redon nach Fougères am Dienstag (29.06.2021) hielt das Peloton unter der Führung des deutschen Sprinters André Greipel für gut eine Minute an, ehe es in sehr langsamer Fahrt weiterging.

Die Aktion ist ein Protest gegen den Weltverband UCI und den Veranstalter ASO nach den schweren Stürzen auf den ersten drei Etappen. Dabei hatten sich Top-Fahrer wie Geraint Thomas und Primoz Roglic verletzt, Sprintstar Caleb Ewan (Schlüsselbeinbruch) musste aufgeben.

Fahrer bei Protestaktion nicht ganz einig

Allerdings wurde in den Szenen auch klar, dass im Feld keine Einigkeit herrscht. Eigentlich war geplant, direkt bei Kilometer null anzuhalten, doch die Fahrer an der Spitze um den Franzosen Julian Alaphilippe fuhren nach der neutralisierten Phase langsam weiter.

Erst als Greipel und sein Teamkollege Rick Zabel sich an die Spitze des Feldes setzten, wurde angehalten. Nach dem kurzen Streik setzte Alaphilippe als erster Profi das Rennen wieder fort.

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Tourfunk 28.06.2021 19:12 Min. Verfügbar bis 29.06.2031 ARD


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Forderung: Drei-Kilometer-Regelung

Eine zentrale Forderung ist eine Ausweitung der Drei-Kilometer-Regelung. Die Fahrergewerkschaft CPA veröffentlichte eine entsprechende Stellungnahme. Die Regel sieht vor, dass innerhalb der letzten drei Kilometer gestürzte Fahrer keine Zeit verlieren. Normale Zeitabstände werden aber gemessen. Sprinterteams kämpfen deshalb wie am Montag häufig mit Gesamtklassement-Fahrern und deren Mannschaften um die besten Positionen.

Vehemente Kritik an Streckenplanung

Als Ursache für die Hektik im Feld machten die Fahrer die Streckenführung aus. "Ich denke, dass es nicht den einen Schuldigen gibt. Aber eins ist klar: Wenn man die Strecke anders gestalten würde, wären viel Risiko und Nervosität bei den Fahrern und Teams genommen", sagte Roglics deutscher Teamkollege Tony Martin: "Wenn eine Strecke wie gestern geboten wird, ist das Chaos eigentlich programmiert."

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Ralph Denk, Chef des deutschen Teams Bora-hansgrohe, kritisierte den Weltverband UCI. "Wenn man sich an eigene Regeln nicht hält, ist es dürftig", sagte Denk und spielte dabei etwa auf das abfallende Finale an. Allerdings seien auch manche Aktionen einiger Rennfahrer "nicht immer ganz überlegt". "Wenn wir nichts ändern, wird es irgendwann Tote geben", sagte der französische FDJ-Teamchef Marc Madiot drastisch.

Verbandsboss: "Stürze auf fehlende Aufmerksamkeit zurückzuführen"

UCI-Präsident David Lappartient verteidigte den Weltverband und nahm die Fahrer in die Pflicht. "Der Großteil der Stürze ist auf fehlende Aufmerksamkeit zurückzuführen", sagte der Franzose und äußerte "Verständnis" für die Nervosität der Fahrer: "Ich denke aber, dass man das nicht auf die Route schieben sollte."

dpa/sid/red | Stand: 29.06.2021, 14:15

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