Tour de France, 11. Etappe Tour - Pogacar bricht ein, Vingegaard klettert ins Gelbe Trikot

Stand: 13.07.2022 18:28 Uhr

Der Däne Jonas Vingegaard vom Team Jumbo-Visma hat sich den Sieg auf der anspruchsvollen 11. Tour-Etappe gesichert. Tadej Pogacar zeigte erstmals Schwächen und verlor das Gelbe Trikot an Vingegaard.

Auf der Bergetappe über 152 km von Albertville auf den Col du Granon Serre Chevalier griff Vingegaard auf dem Schlussstück an und brachte seinen Angriff couragiert und beeindruckend ins Ziel. Platz zwei ging an Nairo Quintana aus Kolumbien, Dritter wurde der Franzose Romain Bardet, der in der Gesamtwertung auf Rang zwei kletterte. "Davon habe ich immer geträumt", sagte ein sichtlich gerührter Jonas Vingegaard, "wir wollten es von Beginn der Etappe an als Team superhart machen. Ohne mein Team hätte das niemals so geklappt."

Aus deutscher Sicht rettete immerhin Simon Geschke einen weiteren Tag sein Bergtrikot über die Hochgebirgs-Riesen hinweg. Lennard Kämna, der tags zuvor auf Rang zwei der Gesamtwertung gefahren war, verlor am Mittwoch 28:45 min. und kam auf Rang 62 ins Ziel. Im Tourklassement fiel der Bora-hansgrohe-Fahrer auf Rang 21 zurück.

Für das famose Spektakel sorgten aber die Stars der Branche bei rund 30 Grad - und da erlebte die Tour eine riesengroße Überraschung.

Sportschau Tourfunk, 13.07.2022 19:03 Uhr

Pogacar wehrt alle Angriffe ab - bis zum Schlussanstieg

Während der gesamten Etappe attackierten die Verfolger des Gesamtführenden Pogacar auf den Anstiegen zum Col du Telegraphe und dem 2642 Meter hohen Col du Galibier, auch auf dem Schlussanstieg zum Ziel auf dem 2413 m hohen Col du Granon. Doch der Slowene wehrte zuerst alle Angriffe ab.

Das Team Jumbo-Visma geht auf der 11. Etappe volles Risiko und wird mit dem Gelben Trikot für Jonas Vingegaard belohnt. Tourfavorit Tadej Pogacar will zurückschlagen.

Sehen Sie hier die Zusammenfassung der 11. Etappe der Tour de France.

Als Jonas Vingegaard etwa fünf Kilometer vor dem Ziel zur finalen Attacke ansetzte, hatte der 23-Jährige erstmals nichts entgegenzusetzen. Vingegaard siegte, Geraint Thomas, Romain Bardet, David Gaudu oder Nairo Quintana - alle Mitfavoriten ließen Pogacar am Berg förmlich stehen. Der Slowene taumelte bedenklich, das Trikot komplett aufgerissen. Es war die größte Niederlage in seiner noch jungen Karriere. Der UAE-Profi kassierte an diesem Mittwoch als Siebter 2 min. 51 sek. auf dem Schlussanstieg, liegt im Gesamtklassement nun 2:22 min. hinter Vingegaard.

"Ich weiß nicht, was los war. Am Galibier habe ich mich noch gut gefühlt, dann gab es eine Attacke nach der anderen. Zum Schluss hatte ich keine guten Beine mehr, es war einfach kein guter Tag", sagte Pogacar im Ziel, zeigte sich aber kämpferisch: "Ich werde nicht aufgeben. Heute habe ich drei Minuten verloren, vielleicht gewinne ich morgen drei."

Königsetappe in den Alpen hinauf nach Alpe d'Huez

Die zwölfte Etappe am französischen Nationalfeiertag bietet den vorläufigen Höhepunkt der diesjährigen Tour: Über 4.750 Höhenmeter müssen die Fahrer gleich drei Berge der höchsten Kategorie bewältigen, gekrönt vom Schlussanstieg ins legendäre Alpe d'Huez.