Massenstürze überschatten Tour de France - Alaphilippe gewinnt erste Etappe

Julian Alaphilippe jubelt

108. Frankreich-Rundfahrt

Massenstürze überschatten Tour de France - Alaphilippe gewinnt erste Etappe

Julian Alaphilippe hat den chaotischen Auftakt der 108. Tour de France gewonnen und sich das erste Gelbe Trikot der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt gesichert.

Der Weltmeister siegte am Samstag (26.06.2021) auf der 197,8 km langen und hügeligen ersten Etappe von Brest nach Landerneau. Alaphilippe (Team Deceuninck-QuickStep) verwies den Australier Michael Matthews (BikeExchange) und den Vorjahreszweiten Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma) auf die Plätze.

Alaphilippe: "Ein besseres Trikot hätte ich nicht haben können" Sportschau 26.06.2021 01:25 Min. Verfügbar bis 26.06.2022 Das Erste

"Das hätte ich mir gar nicht vorstellen können", sagte Alaphilippe nach dem Rennen. Der 29-Jährige betonte: "Das ist ein großartiges Gefühl." Seine Teamkollegen hätten ihn "den ganzen Tag super abgeschirmt" und seien auch nach den Massenstürzen ruhig geblieben.

Viele Fahrer in Massenstürze verwickelt

Überschattet wurde der Tag von zwei Massenstürzen. Eine Zuschauerin mit einem großen Pappschild brachte zunächst den 36-jährigen Martin zu Fall, daraufhin gingen mehrere Dutzend Fahrer zu Boden. Der Vorfall ereignete sich gut 46 Kilometer vor dem Ziel der 1. Etappe in Landerneau.

Schockmoment: Massensturz auf der 1. Etappe der Tour de France Sportschau 26.06.2021 01:46 Min. Verfügbar bis 26.06.2022 Das Erste

Auch etwa 7,5 Kilometer vor dem Ziel krachte es nochmal - unter anderem wurde beim zweiten Massensturz André Greipel erwischt. Dadurch teilte sich das Fahrerfeld nochmal.

Gravierende Verletzungen: Rippen, Schulter, Kopf

Die Crashs forderten viele Verletzungsopfer. Der Franzose Cyril Lemoine (BundB Hotels p/b KTM) erlitt vier gebrochene Rippen und einen mittelschweren Pneumothorax, teilte sein Team am Samstagabend mit.

Das prominenteste Sturzopfer war der ehemalige Tour-Sieger Chris Froome. Bei dem 36-jährigen Briten wurden nach Angaben seines Teams Israel Start-up Nation keine Brüche festgestellt. Froome verbringt die Nacht im Krankenhaus, für Sonntagvormittag wurde ein weiteres Update angekündigt.

Der Schweizer Marc Hirschi (UAE Team Emirates), Etappensieger der letztjährigen Frankreich-Rundfahrt, zog sich nach Angaben seiner Equipe um Titelverteidiger Tadej Pogacar eine Schultereckgelenksluxation zu. "Marc hatte einen schweren Sturz, aber wir hoffen auf gute Nachrichten", sagte Pogacar.

Außerdem erlitt der litauische Meister Ignatas Konovalovas eine Kopfverletzung mit anfänglichem Bewusstseinsverlust. Sein Groupama-FDJ-Team teilte mit: "Die Entwicklung ist günstig, aber er wird über Nacht im Krankenhaus in Brest zur Beobachtung und für weitere Tests bleiben."

Sütterlin muss aufgeben - Martin kann weiterfahren

Tony Martin aus Deutschland vom Team Jumbo-Visma fährt mit Verletzungen am Arm und am Bein nach einem Sturz

Tony Martin nach seinem Sturz

Martin konnte nach dem ersten Sturz das Rennen mit aufgeschlagenem Arm fortsetzen. Damit war er aber wieder einmal bei der Tour im Sturzpech. 2012 hatte der gebürtige Cottbuser auf der ersten Etappe einen Kahnbeinbruch erlitten. Drei Jahre später zog sich Martin nach einem Sturz auf der sechsten Etappe einen Schlüsselbeinbruch zu und musste im Gelben Trikot die Rundfahrt beenden.

Für seinen deutschen Radprofi-Kollegen Jasha Sütterlin ist dagegen die Tour schon beendet. Der Freiburger konnte nach dem Massensturz nicht mehr weiterfahren. Nach Teamangaben blieb er von Brüchen verschont, trug aber eine schwere Prellung des rechten Handgelenks davon. "Ich kann mein rechtes Handgelenk nicht wirklich bewegen, also war es für mich unmöglich weiterzumachen", sagte Sütterlin: "Es ist gut, dass nichts gebrochen ist, aber ich kann nicht mehr sagen, als dass ich wirklich enttäuscht bin, nach Hause zu fahren."

1. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 26.06.2021 06:09 Min. Verfügbar bis 26.06.2022 Das Erste

dpa/sid/red | Stand: 26.06.2021, 22:36

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