Tour de France: Üble Stürze bei Merliers Etappensieg - Aus für Ewan

Tim Merlier gewinnt die 3. Etappe

3. Etappe

Tour de France: Üble Stürze bei Merliers Etappensieg - Aus für Ewan

Außenseiter Tim Merlier hat die dritte Etappe der 108. Tour de France gewonnen. Was auch daran lag, dass die Etappe von schlimmen Stürzen überschattet war. Sprint-Favorit Caleb Ewan erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Für ihn ist die Tour vorbei - und die Diskussion um Sicherheit entbrannt.

Der Belgier Tim Merlier vom Team Alpecin-Fenix siegte am Montag (28.06.2021) bei der dritten Etappe der 108. Tour de France nach 182,7 Kilometern von Lorient nach Pontivy im Massensprint vor seinem Landsmann und Teamkollegen Jasper Philipsen und dem Franzosen Nacer Bouhanni.

Tourfunk - Chaotisches Sprintfinale in Pontivy

Tourfunk 28.06.2021 19:12 Min. Verfügbar bis 29.06.2031 ARD


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Tour-Aus für Ewan

Caleb Ewan (Australien/Lotto-Soudal), Favorit in den Massensprints der Frankreich-Rundfahrt, war kurz vor dem Ziel heftig gestürzt und hatte Konkurrent Peter Sagan (Slowakei) vom deutschen Team Bora-hansgrohe mitgerissen. Ewan zog sich beim Sturz einen Schlüsselbeinbruch zu, für ihn ist die Tour vorzeitig beendet. Sagan soll trotz Hämatomen und tiefen Schnittwunden an der Hüfte bei der vierten Etappe wieder im Sattel sitzen.

"Es ist die Tour, es ist gefährlich. Es war eng, es war schnell. Wir können froh sein, dass es trocken war. Vielleicht wäre im Nassen noch mehr passiert", sagte Ewans deutscher Helfer Roger Kluge.

3. Etappe - die letzten drei Kilometer Sportschau 28.06.2021 03:23 Min. Verfügbar bis 28.06.2022 Das Erste

Madiot: Was ändern, sonst gibt es Tote

Deutlicher als Kluge wurde der frühere Weltklasse-Profi Marc Madiot, Teamchef des französischen FDJ-Teams. Er hatte seinen Siegsprinter Arnaud Demare wenige Kilometer vor dem Ziel bei einem Sturz verloren und sagte völlig aufgebracht: "Ich bin Vater. Wenn ich so etwas sehe, möchte ich nicht, dass mein Kind Radprofi wird. Das ist kein Radsport mehr." Der einstige Tour-Etappensieger forderte: Wir müssen das ändern, so geht es nicht mehr weiter. Wenn wir es nicht machen, werden wir Tote haben."

3. Etappe - die Stimmen Sportschau 28.06.2021 02:06 Min. Verfügbar bis 28.06.2022 Das Erste

Mathieu van der Poel weiter in Gelb

Die Führung in der Gesamtwertung verteidigte Merliers niederländischer Teamkollege Mathieu van der Poel am Tag nach seinem Triumph an der Mur-de-Bretagne erfolgreich. Mit dem Gelben Trikot hatte sich der Enkel von Frankreichs Radlegende Raymond Poulidor, der nie das "Maillot jaune" trug, einen Lebenstraum erfüllt. Diesmal zog er den Sprint für Merlier mustergültig an, konnte sich angesichts der schweren Stürze aber weder über das Gelbe Trikot noch über Merliers Sieg unbeschwert freuen: "Das Tempo ist heutzutage so hoch, da passiert so etwas ganz schnell."

3. Etappe - die Siegerehrung Sportschau 28.06.2021 08:15 Min. Verfügbar bis 28.06.2022 Das Erste

Walscheid bester Deutscher

Bester Deutscher war Max Walscheid (Neuwied/Qhubeka-Nexthash) auf einem starken zehnten Platz. Altstar André Greipel (Rostock/Israel Start-Up Nation) konnte nicht in die Entscheidung eingreifen. Auch der 30-malige Etappensieger Mark Cavendish (Großbritannien/Deceuninck-Quick Step) war im Finale nicht mehr vorne dabei. Gelegenheit zur Revanche bietet sich den Sprintern bereits am Dienstag, wenn es in Fougeres erneut zu einem Massenspurt kommen dürfte.

3. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 28.06.2021 05:29 Min. Verfügbar bis 28.06.2022 Das Erste

Auch Thomas und Roglic stürzen

Primoz Roglic nach seinem Sturz auf der dritten Etappe

Gezeichnet: Primoz Roglic

Auch für zwei Favoriten auf den Tour-Sieg brachte die Etappe zwei Tage vor dem ersten Zeitfahren schmerzhafte Rückschläge. Der Vorjahreszweite Primoz Roglic (Slowenien/Jumbo-Visma) stürzte zehn Kilometer vor dem Ziel und musste an der Seite von Tony Martin mit zerrissener Hose dem Feld hinterherjagen - dieses formierte sich gerade für das Finale und war dementsprechend schnell unterwegs. Roglic verlor viel Zeit.

Roglic kann trotz seines heftigen Sturzes das Rennen fortsetzen: "Zum Glück ist alles in Ordnung, nichts ist gebrochen. Ich habe Schürfwunden am ganzen Körper. Es war sehr stressig und nicht der beste Tag für uns, aber wir machen weiter", sagte er am Montag nach einer Röntgenuntersuchung.

Zuvor war in der von einigen Wolkenbrüchen beeinflussten Anfangsphase im Hauptfeld Geraint Thomas heftig zu Fall gekommen und blieb unter Schmerzen am Boden liegen. Ärzte behandelten die ausgekugelte rechte Schulter des 35 Jahre alten Tour-Siegers von 2018, der das Rennen fortsetzen konnte. Ineos-Kapitän Thomas jagte an der Seite von drei Teamkollegen zehn Kilometer lang mit Tempo 50 dem Hauptfeld hinterher und schaffte den Anschluss.

3. Etappe - die komplette Übertragung Sportschau 28.06.2021 04:00:14 Std. Verfügbar bis 28.06.2022 Das Erste

Schwarzer Tag fürs Jumbo-Team

Mit Thomas gingen weitere Fahrer zu Boden - darunter schon der am Samstag von einer Zuschauerin übel gefällte Martin und sein Jumbo-Visma-Teamkollege Robert Gesink. Martin konnte weiterfahren, Gesink, einer der zentralen Helfer Roglics, gab hingegen auf. "Die Straßen sind schmal, jedes Team will vorn fahren. Es ist dann aber nicht immer genug Platz", sagte Martins Teamkollege Sepp Kuss. Für Roglic und das Jumbo-Team war es ein schwarzer Tag. Und die Diskussion um die Sicherheit der Fahrer wird wohl weitergehen.

sid/dpa/red | Stand: 28.06.2021, 19:38

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