Tour - Buchmann schmeißt die Planung um

Buchmann auf der sechsten Etappe

Tour de France

Tour - Buchmann schmeißt die Planung um

Die Tour de France ist bislang eine Enttäuschung für Emanuel Buchmann. Nun will sich der deutsche Hoffnungsträger  neu sortieren und ändert seine ursprüngliche Planung.

In der Stadt der U-Boote ging Emanuel Buchmann erst einmal auf Tauchstation: Nur eine lockere Trainingsrunde mit den Teamkollegen rund um La Rochelle, später eine virtuelle Medienrunde, ansonsten viel Pflege für den maladen Körper und den müden Kopf im abgeschiedenen Teamhotel - am ersten Ruhetag (07.09.2020) konnte Buchmann weitgehend Abstand gewinnen vom Trubel der Tour de France.

"Mehr einfach nicht möglich"

"Ich habe alles gegeben, aber mehr ist einfach nicht möglich", sagte Buchmann und brachte damit kurz wie treffend seinen bisherigen Tour-Auftritt auf den Punkt.

Bei den beiden ernüchternden Pyrenäen-Etappen am Wochenende verlor er insgesamt über fünf Minuten auf die besten Klassementfahrer. Buchmann wollte, aber er konnte nicht: Als Folge seines Sturzes bei der Dauphiné zwei Wochen vor Tourstart, kämpft er nun mit stumpfen Waffen. Das Traumziel Podium hat sich früh als Illusion erwiesen. "Mental ist das extrem schwer für einen Fahrer, der hier Großes vorhatte und bis zur Dauphiné in einer super Verfassung war", meinte Buchmanns Sportlicher Leiter Enrico Poitschke.

9. Etappe - die Zusammenfassung Sportschau 06.09.2020 03:28 Min. Verfügbar bis 06.09.2021 Das Erste

"Alle nicht da, wo wir gerne wären"

Und auch den Teamkollegen waren Frust und Enttäuschung, aber auch Mitleid für ihren Kapitän deutlich anzumerken. "Natürlich bricht da ein bisschen was zusammen", sagte der Österreicher Felix Großschartner, der deutsche Youngster Lennard Kämna meinte: "Für uns ist es schade. Wir hatten uns eigentlich super vorbereitet, Emu war in Topform bei der Dauphiné, ich auch. Dann kam dieser schwarze Tag, an dem alle weggestürzt sind. Wir sind alle nicht da, wo wir gerne wären, aber wir können es nicht ändern."

Immerhin: Berge musste Buchmann am Tag nach der kalten Pyrenäen-Dusche an der Atlantikküste nicht sehen.

Rang 17 schon mehr als zwei Minuten entfernt

Doch die werden ihm bei der Tour schnell wieder begegnen - schon am Freitag wartet im Zentralmassiv die nächste Gipfelankunft. Bora und Buchmann müssen sich trotz allem schnell wieder sortieren. "Wir werden unsere Ziele verändern", sagte Poitschke. Mit 5:45 Minuten Rückstand auf den führenden Slowenen Primoz Roglic liegt Buchmann im Gesamtklassement auf Platz 18, Rang 17 ist schon über zwei Minuten entfernt.

Nach vorne wird da also wenig gehen. Und mit dieser tristen Perspektive tüftelten Buchmann, Poitschke und Co. am Montag an kreativen Lösungen, um noch einen erfolgreichen Ausweg für den angeschlagenen Kapitän aus dieser Tour zu finden.

"Versuchen, eine Etappe zu gewinnen"

"Wir versuchen, uns gut zu erholen, und schauen dann einfach, wie die ersten Flachetappen laufen, wie Emu sich auf dem Fahrrad fühlt", sagte Poitschke als erstes Ergebnis dieser Überlegungen: "Und wenn er sich körperlich gut fühlt, wollen wir in der zweiten und dritten Woche versuchen, eine Etappe zu gewinnen."

Kämna bekräftige: "Wir haben auf jeden Fall noch Ziele." Ein Etappensieg bei einer großen Rundfahrt fehlt Buchmann noch, sollte dieser auf einer der noch reichlichen harten Etappen gelingen, wäre diese Tour trotz allem ein Gewinn für ihn. Buchmann muss nun die nötige Kraft sammeln, um - nun ja: wieder aufzutauchen.

9. Etappe - die letzten fünf Kilometer Sportschau 06.09.2020 07:01 Min. Verfügbar bis 06.09.2021 Das Erste

red,sid | Stand: 07.09.2020, 11:32

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