Nairo Quintana vom Team Arkea-Samsic bei der Tour de France

Radsport Quintana verzichtet nach Tour-Disqualifikation auf Vuelta

Stand: 18.08.2022 08:18 Uhr

Radprofi Nairo Quintana hat einen Tag nach seiner nachträglichen Disqualifikation von der Tour de France seinen Start bei der am Freitag beginnenden Vuelta abgesagt.

Er wolle sich auf den Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas konzentrieren, so der 32-Jährige am Donnerstag. Er habe weder "Kopf noch Körper" für die Spanien-Rundfahrt. Einen Tag zuvor hatte der Bergspezialist vom Team Arkea-Samsic noch erklärt, er wolle bei der Vuelta "das Beste für mein Land" geben.

Quintana war am Mittwoch nach seinem sechsten Platz bei der Tour disqualifiziert worden. Ihm wurde nach Angaben des Weltverbands UCI während der Frankreich-Rundfahrt Tramadol nachgewiesen. Die Einnahme des Schmerzmittels ist laut UCI-Regeln verboten.

Quintana "überrascht" über die Entscheidung der UCI

Quintana hatte sich anschließend zur Wehr gesetzt. "Mir ist die Verwendung dieser Substanz überhaupt nicht bewusst, und ich bestreite, sie jemals während meiner Karriere verwendet zu haben", wurde Quintana in einer Stellungnahme in kolumbianischen Medien zitiert.

Er sei "überrascht" über die Entscheidung der UCI: "Wir untersuchen den Vorgang mit meinem Anwaltsteam", schrieb der Kolumbianer.

Opiat Tramadol wurde in zwei Proben nachgewiesen

In zwei getrockneten Blutproben des 32-Jährigen vom 8. und 13. Juli wurde das Opiat Tramadol nachgewiesen. Hierbei handelt es sich laut Radsport-Weltverband UCI nicht um ein Dopingvergehen, aber um einen Verstoß gegen die medizinischen Regeln des Verbandes.

Tramadol ist seit dem 1. März aufgrund seiner Nebenwirkungen von der UCI verboten, steht jedoch nicht auf der Verbotsliste der Welt-Anti-Dopingagentur Wada. Daher wird Quintana auch nicht gesperrt.

Im Rahmen eines Programms zum Nachweis von Tramadol wurden während der Tour 120 sogenannte getrocknete Blutproben genommen. Quintana kann gegen das Urteil binnen zehn Tagen Einspruch vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas einlegen.