Giro d'Italia: Buchmann rückt im Gesamtklassement nach vorne

Emanuel Buchmann

Italien-Rundfahrt

Giro d'Italia: Buchmann rückt im Gesamtklassement nach vorne

Emanuell Buchmann hat sich bei der elften Etappe des Giro d'Italia mit einer beherzten Attacke in der Gesamtwertung in die Top Ten vorgeschoben. Etappensieger wurde der Schweizer Mauro Schmid.

Als Emanuel Buchmann attackierte, konnte nur noch das Rosa Trikot folgen. Mit einer bärenstarken Leistung auf den staubigen Schotterpisten der Toskana hat der deutsche Hoffnungsträger am Mittwoch (19.05.2021) beim Giro d'Italia seine Ambitionen auf eine Podiumsplatzierung eindrucksvoll untermauert. Buchmann sprengte mit einer beherzten Attacke auf der kniffligen elften Etappe von Perugia nach Montalcino die Spitzengruppe, aus der nur der kolumbianische Topfavorit und Gesamt-Erste Egan Bernal folgen konnte.

Buchmann: "So können wir weitermachen"

Damit machte Radprofi Buchmann einen großen Sprung in der Gesamtwertung auf den sechsten Platz. "Ich habe mich von Anfang an gut gefühlt. Es war ein sehr hartes Rennen. Wir sind immer Vollgas gefahren. Ich bin immer vorne gewesen. Am letzten Berg habe ich die anderen Fahrer angeschaut und gesehen, dass jeder kaputt war. Ich habe mir gedacht, ich versuche es mal", sagte Buchmann ganz nüchtern und fügte hinzu: "Das war ein richtig gutes Rennen. So können wir weitermachen." Den Tagessieg sicherte sich der Schweizer Radprofi Mauro Schmid im Sprint vor dem italienischen Mitausreißer Alessandro Covi.

Für den als "Wunderkind" gefeierten Remco Evenepoel ist der Traum von einem Coup beim Giro d'Italia derweil wohl geplatzt. Evenepoel - in seiner belgischen Heimat als neuer Eddy Merckx gefeiert - war der große Verlierer des Tages. Als Bernal 20 Kilometer vor dem Ziel das Tempo in der Favoritengruppe forcierte, verlor Evenepoel den Anschluss. Nach 162 Kilometern, davon 35 über die Schotterpassagen aus dem Eintagesrennen Strade Bianche, verlor der 21-Jährige über zwei Minuten auf Bernal und rutschte auf den siebten Platz ab.

Bernal über Buchmanns Tempo verblüfft

Die elfte Etappe des Giro d'Italia auf der typischen Schotterstrecke

Die elfte Etappe des Giro d'Italia auf der typischen Schotterstrecke

Buchmann fuhr dagegen ein starkes Rennen und präsentierte sich jederzeit auf Augenhöhe mit Bernal, der nach seinem Tour-de-France-Sieg 2019 dem nächsten Gewinn einer großen Rundfahrt entgegensteuert. Bernal liegt in der Gesamtwertung nun 45 Sekunden vor dem Russen Alexander Wlasow und zeigte sich verblüfft über Buchmann: "Das Tempo war hart, als Buchmann gegangen ist. Ich habe per Funk nachgefragt, wo er in der Gesamtwertung steht."

Nach der heftigen Etappe vom Mittwoch beträgt Buchmanns Rückstand 1:50 Minuten auf Bernal. Damit kommt für den Tour-de-France-Vierten das Podium immer näher. In der Geschichte der Italien-Rundfahrt ist es noch keinem Deutschen gelungen, das Rennen unter den ersten drei zu beenden. Buchmanns Plan scheint jedoch aufzugehen. Im Höhentrainingslager hatte sich der gebürtige Ravensburger extra für die schwere letzte Woche vorbereitet. Womöglich kommt es dann zum großen Schlagabtausch mit Bernal.

Kluge in der Ausreißergruppe

Einer größeren Ausreißergruppe, die mit der Gesamtwertung nichts zu tun hatte, gehörte lange Zeit auch Bahnrad-Spezialist Roger Kluge an. In der Schlussphase musste der Giro-Etappensieger von 2016 aber abreißen lassen. Am Ende wurde er Siebter. Die Ausreißergruppe hatte sich kurz nach dem Start in Perugia vom Feld abgesetzt und zwischenzeitlich einen Vorsprung von fast 15 Minuten herausgefahren.

Am Donnerstag folgt die zwölfte Etappe über 212 Kilometer von Siena nach Bagno di Romagna. Jeweils zwei Berge der zweiten und dritten Kategorie sollten die Topfavoriten auf den Gesamtsieg vor keine große Probleme stellen, die Sprinter dürften aber kaum mithalten.

dpa | Stand: 19.05.2021, 19:20

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