Bahnrad-EM in Minsk abgesagt

Keirin

Radsport

Bahnrad-EM in Minsk abgesagt

Der europäische Radsport-Verband UEC hat die für Ende Juni geplanten Bahnrad-EM in der belarusischen Hauptstadt Minsk abgesagt. Hintergrund sind die politischen Spannungen nach der Festnahme eines Oppositionellen. Litauen steht als Ersatz-Ausrichter bereit.

Angesichts der aktuellen internationalen Situation habe man sich zu diesem Schritt entschlossen, teilte die UEC in einem Statement mit. Man werde nun alles daransetzen, um noch für dieses Jahr einen Ersatz-Ausrichter zu finden. "Wir arbeiten nun daran, eine Alternative zu finden", sagte UEC-Präsident Enrico Della Casa.

Litauen bot sich als möglicher Veranstaltungsort an. "Infrastruktur, Erfahrung, freundliche Fans und finanzielle Beteiligung - das ist unsere Zusage an die UEC und die Athleten von 50 Radsport-Verbänden", twitterte Regierungschefin Ingrida Simonyte. In seinem Antwort-Tweet an die Ministerpräsidentin zeigte sich die UEC aufgeschlossen: "Wir würden uns freuen, Ihren Vorschlag weiterzuentwickeln." Nach litauischen Medienberichten kommt als Austragungsort der EM die Arena in Panevezys in Frage. In der Halle der Stadt im Norden des baltischen EU-Landes gibt es eine 250 Meter lange Radrennbahn. In der Cido Arena fanden bereits 2012 Bandrad-EM statt.

Deutschland und die Niederlande zogen Teams zurück

Aus Protest gegen die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk hatte der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) seine Mannschaft bereits von der EM zurückgezogen. Man habe, so hieß es seitens des BDR, mit der UEC Kontakt aufgenommen und deutlich gemacht, dass unter diesen Umständen eine Teilnahme nicht möglich sei. Zudem habe man auf eine Alternativlösung gedrängt. Am selben Tag erklärte auch der niederländische Verband KNWU seinen Verzicht auf eine Teilnahme in Minsk.

Die Vereinigung Athleten Deutschland begrüßte die Entscheidung des BDR: "Die Ausrichtung von Sport-Großveranstaltungen in Belarus ist mit Blick auf die menschenrechtliche Verantwortung von Sportverbänden äußerst kritisch zu bewerten", sagte Maximilian Klein, bei Athleten Deutschland Beauftragter für Internationale Sportpolitik.

Lukaschenko international in der Kritik

Am Sonntag (23.05.2021) war ein Ryanair-Flugzeug zur Landung in Minsk gezwungen und ein belarusischer Oppositioneller an Bord festgenommen worden. Machthaber Alexander Lukaschenko steht wegen seines brutalen Vorgehens gegen die Opposition international in der Kritik.

sid/dpa | Stand: 28.05.2021, 13:51

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