So funktioniert Curling im Para-Sport

Rollstuhl-Curling

Paralympics

So funktioniert Curling im Para-Sport

Seit 2006 in Turin zählt Rollstuhlcurling zu den paralympischen Sportarten. Sie zeichnet sich durch eine spielerische Kombination aus Bewegung, Konzentration, Präzision, Strategie und Teamwork aus. Und so funktioniert Curling im Para-Sport.

Im Rollstuhlcurling gibt es nur eine Startklasse. Die Athleten müssen zwingend eine Behinderung ihrer Beine als Minimalkriterium aufweisen. Die Spieler sitzen im Rollstuhl, es ist allerdings nicht erforderlich, dass die Sportler auch im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Was wird gebraucht?

Rollstuhl-Curling

Das Spielfeld im Überblick.

Obwohl die Rollstühle auf dem Eis unterwegs sind, benötigen sie keine Zusatzausrüstung wie Spikes oder Winterreifen. Ein herkömmlicher Rollstuhl ist ausreichend. Was hingegen erforderlich ist, ist ein teleskopartiger Stick, der als Verlängerung des Armes dient. Damit steuern die Athleten die Steine von ihrem Rollstuhl aus.

Wie unterscheidet sich Rollstuhl-Curling vom Fußgänger-Curling?

Die Regeln sind weitgehend identisch mit denen der World Curling Federation und wurden nur leicht angepasst. Der bedeutendste Unterschied liegt darin, dass beim Rollstuhlcurling das Wischen nicht erlaubt ist. Durch das Wischen wird der Wasserfilm auf dem Eis entfernt, wodurch der Stein schneller wird, bzw. leicht in eine entsprechende Richtung gelenkt werden soll. Da dies beim Rollstuhlcurling nicht gestattet ist, müssen die Athleten hochkonzentriert sein und dürfen sich bei der Steinabgabe keinen Fehler leisten, da dieser nicht durch das Wischen korrigiert werden kann.

Und die sonstigen Regeln?

Rollstuhl-Curling

Der Skip zeigt an, wie die Steine gespielt werden sollen.

Ansonsten ist das Spielprinzip ähnlich wie auch beim Fußgänger-Curling: Die Teams bestehen aus je vier Spielern, von denen jeder zwei Steine pro Durchgang (End) spielt. Im Team muss mindestens eine Frau vertreten sein. Das wichtigste Teammitglied ist der Skip. Er bestimmt die Taktik des Teams und zeigt an, wie die Steine gespielt werden sollen.

Ziel ist es, möglichst viele Spielsteine so dicht wie möglich am Zentrum (Tee) des Hauses zu platzieren. Nach jedem End gibt es Punkte für jeden Stein, der näher dran ist, als der beste Stein des Gegners. Insgesamt werden acht Ends gespielt. Wer dann die meisten Punkte hat, gewinnt.

Dabei gibt es verschiedene Spielzüge. Häufig angewandte Techniken sind:

  • Guard: ein Stein, der vor das Haus gelegt wird, um eigene am Tee platzierte Steine zu schützen
  • Take-Out: ein Stein, der dazu dient, gegnerische Steine herauszuschießen

Stand: 12.12.2017, 14:51

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