Steffen Lehmker - vom Zuschauer zum Protagonisten

Steffen Lehmker

Paralympics

Steffen Lehmker - vom Zuschauer zum Protagonisten

Steffen Lehmker kam durch einen kleinen Zufall während der Paralympischen Spiele in Sotschi zum Leistungssport. Nur vier Jahre später gehört er selbst zu den Protagonisten.

Dass Steffen Lehmker überhaupt zum paralympischen Sport gekommen ist, hat er seinem Bruder zu verdanken. Beim Winterurlaub mit der Familie vor vier Jahren waren sie häufig im Skilanglauf unterwegs. Abends sah sein Bruder dann im Fernsehen die Paralympics in Sotschi. Bis dato wussten beide überhaupt nicht, dass es diese Wettbewerbe gibt. Daraufhin redete sein Bruder auf Steffen Lehmker ein, sich beim Training anzumelden. Gesagt, getan und seit 2016 nimmt er an Weltcup-Rennen im Para-Ski Nordisch (Langlauf und Biathlon) in der stehenden Disziplin teil.

Platz vier ist bislang Lehmkers bestes Ergebnis

Der 29-Jährige aus Bad Bevensen hat wegen Komplikationen bei seiner Geburt eine Plexus-Lähmung im rechten Arm. Dieser ist daher begrenzt einsatzfähig und in den Wettkämpfen ist Lehmker nur mit einem Skistock unterwegs. Seine Einschränkung hindert ihn aber nur selten, sowohl im Sport, als auch in seiner Freizeit, in der er seit über 15 Jahren Schlagzeug spielt.

Para-Biathlet Steffen Lehmker beim Schießen

Auch das Schießen hat sich Lehmker sehr schnell angeeignet.

Beim Sport hingegen überzeugt er durch andere Qualitäten: "Steffen hat eine überdurchschnittliche Lernfähigkeit und kann Dinge sehr schnell verbessern", beschreibt Bundestrainer Ralf Rombach seinen Schützling. Das ist auch der Hauptgrund, warum er seit seinem Weltcup-Debüt sehr gut mit der Konkurrenz mithalten kann. Dabei ist diese Saison erst die dritte, in der er kontinuierlich mit dem Bundestrainer unter entsprechenden Bedingungen zusammenarbeitet. Für einen Sprung aufs Podest hat es bislang allerdings noch nicht gereicht. Platz vier in der Langlauf-Mixed-Staffel 2017 bei der WM ist bislang sein bestes Ergebnis.

Für eine Medaille muss alles passen

Neben seiner Lernfähigkeit zeichnet sich Lehmker vor allem durch seine professionelle Einstellung zum Sport aus. "Was die Ernährung betrifft, ist Steffen sehr gesundheitsbewusst", freut sich Rombach über seinen Athleten. Darüber hinaus ist seine sehr gute Ausdauer eine seiner Stärken. In dem Punkt kommen ihm seine Erfahrungen als Marathonläufer zugute.

Steffen Lehmker beim Start

Steffen Lehmker ist immer nur mit einem Skistock unterwegs.

"Bei Steffen wird es darauf ankommen, dass er seine beste Leistung zum Saisonhöhepunkt abruft. Dann glaube ich schon, dass er den Anwärtern auf die Medaillenplätze einheizen kann", blickt Rombach auf Pyeongchang. Für Lehmker selbst ist es eine Ehre, überhaupt mit dabei zu sein. Wettkampf statt Winterurlaub.

jbr | Stand: 09.02.2018, 19:25

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