Anna Schaffelhuber holt Gold in der Abfahrt

Paralympics

Anna Schaffelhuber holt Gold in der Abfahrt

Anna Schaffelhuber ist beim ersten Rennen der Paralympics ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hat das erste Gold für Deutschland geholt. Die zweite deutsche Starterin Anna-Lena Forster ist hingegen kurz vor dem Ziel ausgeschieden.

Anna Schaffelhuber hat das erste von fünf alpinen Rennen der Paralympics 2018 gewonnen und sich Gold gesichert. Nach einer durchwachsenen Saison ist sie zum Saisonhöhepunkt in Topform und hält sich somit den Traum von den perfekten Spielen wie in Sotschi aufrecht.

Mit einer Zeit von 1:33.26 Minuten war sie die schnellste vor der Japanerin Momoka Muraoka (+1,49 Sekunden) und der Amerikanerin (+2,54 Sekunden). Schaffelhubers ärgste Konkurrentin, die Österreicherin Claudia Lösch, stürzte und kam nicht ins Ziel.

Allerdings war Schaffelhuber mit ihrem Lauf nicht zufrieden: "Mir ist im Mittelteil ein ziemlicher Fehler passiert. Im Ziel dachte ich nicht, dass die Zeit für den Sieg reicht. Jetzt bin ich einfach nur happy, dass die ganze Anspannung der letzten Tage, Wochen, Monate und Jahre jetzt weg ist."

Anna Schaffelhuber: "Kann sich kein Mensch vorstellen"

Sportschau | 10.03.2018 | 01:28 Min.

Auch die deutsche Anna-Lena Forster kam nicht ins Ziel. Sie war überraschend auf Goldkurs unterwegs, aber stürzte kurz vor dem Ziel und verpasste somit den Traum von einer Medaille. Ihr Stärke liegt eigentlich in den technischen Disziplinen. "Ich habe mich richtig gut gefühlt und nehme das gute Gefühl mit und werde morgen wieder voll angreifen", sagte Forster nach dem Rennen.

Anna-Lena Forster gibt sich kämpferisch

Auch die frischgebackene Goldmedaillengewinnerin äußerte sich zum Sturz ihrer Teamkollegin: "Ich habe sie stark auf der Rechnung gehabt und ihr gesagt, dass es bis zum Sturz ein guter Lauf war. Klar ist es im ersten Moment traurig, aber sie wird wieder angreifen."

Die besten Bilder rund um die Abfahrt

Die ersten Medaillen wurden in der Abfahrt verteilt. Wir zeigen die schönsten Bilder rund um die Wettkämpfe im Alpine Centre von Jeongseon.

Venue Jongseong

In Jeongseon herrschten beste Bedingungen ersten alpinen Rennen der Paralympics. Bei strahlendem Sonnenschein stand die Abfahrt auf dem Programm.

In Jeongseon herrschten beste Bedingungen ersten alpinen Rennen der Paralympics. Bei strahlendem Sonnenschein stand die Abfahrt auf dem Programm.

Die herrlichen Bedingungen und die Aussicht auf tolle Wettkämpfe lockten auch viele Zuschauer an. Die Tribünen waren gut gefüllt und es herrschte eine tolle Atmosphäre.

Besonders die Fans aus Großbritannien waren lautstark und bunt vertreten. Sie wollten vor allem James Whitley, Millie Knight und Menna Fitzpatrick siegen sehen...

...und hatten sichtlich Spaß an den Wettkämpfen. Auch wenn Fitzpatrick ausschied und Whitley Zehnte wurde, so gab es für die Britin dank Millie Knight eine Silbermedaille zu bejubeln.

Natürlich waren auch die deutschen Fans vertreten und unterstützten ihre Lieblinge wie Andrea Rothfuss...

Oder Anna-Lena Forster.

Auch Esther Vergeer ließ es sich nicht nehmen zuzuschauen. Die ehemalige Ikone des Rollstuhl-Tennis ist in Pyeongchang als "Chef de Mission" für das niederländische Team unterwegs. Seit 2004 setzt sie sich außerdem für beeinträchtigte Kinder ein und begeistert sie für den Sport.

Teamarzt Dr. Hartmut Stinus gab sich vor den Wettkämpfen optimistisch. "Es sind alle gesund und hoffnungsfroh. Leider gab es wetterbedingt nur ein Training, aber im Vergleich zum Testevent im März 2017 ist die Strecke entschärft und wesentlich besser zu fahren, als die in Sotschi."

Anna Schaffelhuber war mit ihrem Lauf nicht zufrieden und hat nicht damit gerechnet, dass ihre Leistung für Gold reichen würde. Dementsprechend skeptisch ist ihr Blick nach der Zieleinfahrt.

Doch als klar war, dass es Gold ist, fiel die ganze Last von ihr ab. Sie hat ihr Ziel einer Goldmedaille bereits erreicht. Alles, was jetzt noch obendrauf kommt, ist Bonus für sie.

Anders bei Anna-Lena Forster. Sie lag vor ihrem Sturz auf Goldkurs. Zwar zeigte sie sich nach dem Rennen kämpferisch, aber die Enttäuschung war ihr noch anzusehen.

Ihr Papa Jürgen Forster nahm das Ausscheiden seiner Tochter sportlich: "Wer gewinnen will, muss Gas geben. Vierter will ja keiner werden. Sie weiß, was sie kann und wird wieder angreifen, das ist keine Frage!"

Andrea Rothfuss war happy mit ihrem zweiten Platz. Sie hatte keinen optimalen Lauf erwischt und konnte somit nicht ganz vorne angreifen. Aber mit der Silbermedaille ist sie sehr zufrieden.

Denn um Marie Bochet zu schlagen, muss alles passen. Die Französin gewann die Abfahrt in der stehenden Disziplin.

Noemi Ristau landete auf dem vierten Platz und war damit auch zufrieden. Denn die Abfahrt zählt nicht unbedingt zu ihrer Spezialdisziplin

Vom 09. bis 18. März berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Paralympischen Spiele.

jbr | Stand: 10.03.2018, 02:32

Darstellung: