Andrea Eskau mit perfektem Rennen zu Gold

Biathlon

Andrea Eskau mit perfektem Rennen zu Gold

Andrea Eskau hat über zehn Kilometer im Biathlon der sitzenden Starterinnen die erste Goldmedaille für das deutsche Ski-Nordisch-Team geholt und ihre siebte insgesamt. Clara Klug holte Bronze.

Mit einem nahezu perfekten Lauf sicherte sich Eskau Gold bei den sitzenden Athletinnen. Die ersten beiden Schießen absolvierte die 46-Jährige vom USC Magdeburg fehlerfrei und setzte sich somit an die Spitze des Feldes. Da Eskau aber auch in der Loipe richtig stark unterwegs war, behielt sie nach dem dritten Schießen trotz eines Fehlers die Führung.

Vor dem letzten Schießen lag sie 46 Sekunden vor Kendall Gretsch. Die Amerikanerin leistete sich aber zwei Fehlschüsse im vierten Schießen und musste somit zweimal in die Strafrunde. Da Eskau im letzten Schießen fehlerfrei blieb, war ihr Gold nicht mehr zu nehmen. Zweite wurde Marta Zainullina (Neutrale Paralympische Athleten). Für Gretsch blieb "nur" Bronze übrig.

Andrea Eskau, Marta Zainullina und Kendall Gretsch

Die Medaillengewinner beim Biathlonnrennen: Marta Zainullina, Andrea Eskau und Kendall Gretsch (v. links).

Eskau wahnsinnig glücklich

"Ich bin wahnsinnig glücklich, weil hinter dem Biathlon-Sieg auch ganz viele Leute stehen. Nicht unerwähnt lassen, will ich den kanadischen Trainer John Jaques. Der sagte mir vor den Spielen, dass ich mit der Waffe nichts gewinne und ich mir eine neue kaufen soll. Und das hat super geklappt", sagte sie nach ihrer insgesamt siebten paralympischen Goldmedaille im ZDF.

"Andrea, du bist ein wildes Tier"

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportbunds, zeigte sich im ZDF überglücklich über Eskaus Goldmedaille: "Das ist unbeschreiblich. Die Andrea hat gerade im stärksten Para-Biathlon-Teilnehmerfeld der Welt gewonnen. Das ist ein sensationeller, toller Sieg und ein Ergebnis ihrer unvorstellbaren disziplinierten Arbeit. Andrea, du bist ein wildes Tier", sagte er, bezogen auf ihren unermüdlichen Trainingsfleiß. Nicht umsonst ist ihr Spitzname im Team "Tiger".

Anja Wicker erwischte hingegen einen gebrauchten Tag. Sie schoss insgesamt vier Fehler und hatte somit kein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitzureden. Sie landete auf Platz acht. "Vier Fehler sind vier zu viel. Mit den achten Platz bin ich zufrieden, aber nicht mit den Schießfehlern, das geht gar nicht. Ich habe schon ein paar Böen abbekommen, aber das haben die Anderen ja auch, bei insgesamt 20 Schüssen. Ich weiß noch nicht, woran es lag. Aber ich bin sehr enttäuscht," fasste Wicker ihr Rennen im ZDF zusammen.

Martin Fleig läuferisch nicht in Topform

Martin Fleig fuhr bei den sitzenden Männern (12,5 Kilometer) knapp an einer Medaille vorbei und kam auf Rang vier ins Ziel. Nicht nur ein Schießfehler verhinderte eine bessere Platzierung, auch läuferisch lief es nicht optimal für den Freiburger, der sich bei der Anreise leicht erkältet hat.

Martin Fleig

Martin Fleig konnte läuferisch nicht mit den Top-Athleten mithalten.

"Der vierte Platz ist immer undankbar, für jeden Sportler. Ein Schießfehler ist eigentlich ganz gut. Es waren heute einfach andere schneller in der Spur. Ich habe mich eigentlich ganz gut gefühlt, aber es hat heute nicht gereicht", sagte er nach dem Rennen im ZDF.

An der Spitze war der Ukrainer Taras Rad, der null Fehler schoss und auch in der Loipe dominierte. Platz zwei ging an Daniel Cnossen aus den USA (null Fehler). Bronze sicherte sich sein Landsmann Andrew Soule (zwei Schießfehler).

Bronze für Clara Klug - Messinger mit Problemen

Bei den Starterinnen mit Sehbeinträchtigungen hat Clara Klug ein ganz starkes Rennen absolviert und sich mit einer Bronzemedaille belohnt. Mit nur einem Schießfehler landete sie auf dem dritten Platz, nur 14 Sekunden vor der Ukrainierin Olha Prylutska. Damit sicherte sich die Münchnerin ihre erste Medaille überhaupt bei den Paralympics. Den Wettbewerb gewann die Ukrainerin Oksana Shyshkova vor Mikhalina Lysowa (Neutrale Paralympische Athleten).

Bei den Männern der sehbeeinträchtigten Konkurrenz absolvierte Yury Holub aus Weißrussland die 12,5 Kilometer am schnellsten. Dahinter landeten die Ukrainer Oleksandr Kazik und Iurii Utkin. Der 23-jährige Nico Messinger musste wegen muskulärer Probleme aufgeben. Diese hat er schon die ganze Saison. Im klassen Sprint geht Messinger an den Start.

Steffen Lehmker überzeugt erneut

Nach seinem gestrigen sechsten Platz im Langlauf hat Steffen Lehmker erneut ein sehr gutes Rennen bei den stehenden Startern gezeigt und den fünften Platz belegt. Er schoss zwei Fehler und war auch auf der Strecke gut drauf, obwohl er tags zuvor noch die 20 Kilometer im Langlauf absolviert hat.

"Heute habe ich mich noch gefragt, ob das gut geht nach dem Lauf und den Bedingungen auf der Strecke heute. Man musste einen Weg finden, um geschmeidig über die Strecke zu kommen. Das ist mir ganz gut gelungen und durch die beiden Schießfehler hat es dann für den fünften Platz gereicht. Das ist toll", freute sich Lehmker im ZDF über sein Abschneiden.

An der Spitze lief aber ein Trio mit knapp fünf Minuten Vorsprung auf das restliche Klassement in einer anderen Liga. Der Franzose Benjamin Daviet sicherte sich Gold, sechs Sekunden vor dem Ukrainer Ihor Reptyukh und den Kanadier Mark Arendz (+29 Sekunden).

Vom 09. bis 18. März berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Paralympischen Spiele.

jbr | Stand: 13.03.2018, 04:24

Darstellung: