Zitterpartie endet für Para-Ski-Nordisch-Talent Maier gücklich

Marco Maier

IPC erlaubt Start bei Weltcups

Zitterpartie endet für Para-Ski-Nordisch-Talent Maier gücklich

Für den Para-Skilangläufer und -Biathleten Marco Maier ist eine Zitterpartie zu Ende gegangen. Der 18-Jährige darf nun doch an Weltcups teilnehmen. Er sagte, er sei "überglücklich".

Nach intensiven Diskussionen und Beratungen über den Behinderungsgrad des Allgäuers revidierten die Klassifizierer des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) eine Entscheidung aus dem Dezember 2016. Sie stellten ihm nach mehr als einem Jahr der Ungewissheit eine neue Starterlaubnis aus. Mannschaftsarzt Dr. Lars Meiworm, der die deutsche Para-Ski-Nordisch-Nationalmannschaft betreut, sagte: "Unsere sachlichen Argumente haben letztlich überzeugt."

Entscheidung war völlig offen

Seit der Geburt hat Maier eine sogenannte Symbrachydaktylie. Ihm fehlen an der linken Hand die vorderen Fingerglieder. Im Dezember 2014 wurde er damit zweifelsfrei vom IPC klassifiziert. Bei einer erneuten Überprüfung, zwei Jahre später, kam die Klassifizierungskommission zu einem anderen Ergebnis - zur Überraschung der Verantwortlichen der deutschen Para-Ski-Nordisch-Nationalmannschaft. Die Verantwortlichen des IPC begründeten ihre Entscheidung mit einer Regeländerung: Wenn Athleten Skistöcke beidseitig halten und einsetzen können, ist ihr Handicap nicht schwerwiegend genug, um klassifiziert zu werden.

Bundestrainer Ralf Rombach hatte im Vorfeld der Entscheidung Maiers Einschränkung erklärt. Zwar sei es Maier über einen kurzen Zeitraum möglich, Skistöcke zu greifen und zu nutzen, aber über längere Zeit - und darauf kommt es bei einem Ausdauersport an - nicht. Im Weltcup gehen die Langlauf-Wettbewerbe beispielsweise über 10 und 20 Kilometer.

Erst die zweite Gruppe ist für eine Starterlaubnis

Eine erste Kommission hatte nach einer Vermessung der Hand und einer Analyse seiner Langlauf-Videos Maier eine erneute Starterlaubnis verweigert. Einen Tag später entschied eine zweite, unabhängige Gruppe bestehend aus Arzt und Physiothearapeut aber zu seinen Gunsten. Maier sagte sportschau.de: "Es war ein harter Kampf, ich bin allen dankbar, die sich für mich eingesetzt haben. Unser Bundestrainer, der Verbandsarzt und das ganze Team haben mir Rückendeckung gegeben."

Marco Maier beim ersten Weltcup auf Platz 19

Endlich wieder in der Loipe lief es für den Allgäuer mittelprächtig. Der Schüler des Freiburger Sportinternats kämpfte beim Weltcup in Oberried mit dem Pulverschnee. Bei einem Feld von 31 Startern über zehn Kilometer landete er auf Rang 19. Damit verpasste er knapp seine ersten Weltcup-Punkte.

Wichtig ist Maier nun die Kadernominierung zu schaffen. Wenn er maximal zwanzig Prozent hinter der Laufzeit des Siegers liegt, wird er in den C-Kader aufgenommen. Und die Paralympics? Maier erklärte: "Das wird extrem schwer, ich rechne jetzt erst einmal nicht damit."

Thema in: MDR AKTUELL - Das Nachrichtenradio, 22.01.2018, 16:40 Uhr

mkö | Stand: 22.01.2018, 11:53

Darstellung: