Abfahrt - Topfavoritin Lindsey Vonn geschlagen

Abfahrt der Frauen

Abfahrt - Topfavoritin Lindsey Vonn geschlagen

Alle Augen waren auf die US-Amerikanerin Lindsey Vonn gerichtet. Doch am Ende jubelte bei der olympischen Abfahrt der Frauen die Italienerin Sofia Goggia. Und eine Norwegerin sorgte für eine Überraschung. Viktoria Rebensburg landete bei ihrem wohl letzten Rennen bei Winterspielen auf dem neunten Platz.

Topfavoritin Lindsey Vonn hat die angepeilte Goldmedaille in der Abfahrt der Frauen verpasst. Die US-Amerikanerin musste sich bei Traumwetter im Jeongseon Alpine Centre der Italienerin Sofia Goggia und der Überraschungs-Silbermedaillengewinnerin Ragnhild Mowinckel geschlagen geben. Dabei hatte die 33-Jährige auf dem aggressiven Schnee eine sehr gute Linie gewählt, fuhr aber schnell der Bestzeit hinterher. Im Ziel waren es dann erstaunliche 0,47 Sekunden Rückstand und Bronze.

Katze Goggia unwiderstehlich

Unter dem Motto: "Entweder ich gewinne oder ich verliere" war Vonn ins Rennen gegangen. Nach zuletzt drei Weltcupsiegen hatte sich die US-Amerikanerin plötzlich wieder zur Topfavoritin gemausert. Vor allem, nachdem Vonn auch in den Trainingsfahrten mit der Strecke spielte und den insgesamt stärksten Eindruck hinterließ.

Doch Goggia zeigte im entscheidenden Moment ihre ganze Klasse. Besonders im Mittelteil schlich sie wie eine Katze über die Strecke, fand dort die optimale Linie und durfte im Ziel jubeln. "Es ist schwierig! Ich habe viele Emotionen. Ich bin aber sehr stolz, was ich geleistet habe. Die letzten acht Jahre waren nicht einfach für mich", sagte Vonn und betonte tapfer: "Ich habe alles gegeben - man kann nicht mehr als 100 Prozent geben."

Mowinckel lässt Konkurrenz zittern

Als die Medaillen eigentlich bereits vergeben schienen, kam die Norwegerin Ragnhild Mowinckel. Mit Startnummer 19 ließ sie Goggia zittern, kam bei jeder Zwischenzeit näher an Gold heran. Dann im Ziel eine Milimeterentscheidung: 0,09 Sekunden fehlten ihr am Olympiasieg. "Glückwunsch", sagte sie danach der Italienerin Goggia, die nur den Kopf schüttelte: "Als Mowinckel gefahren ist, habe ich mir nur gedacht: Bitte, Jesus, lass mir die Goldmedaille."

Stürze verlaufen glimpflich

Pechvogel Lara Gut erreichte das Ziel nicht. Nach Platz vier im Super G fuhr die Schweizerin diesmal nach einem Sprung am Tor vorbei. Auch die Österreicherin Stephanie Venier stürzte, lag dabei auf Podestkurs. Auch die Italienerinnen Nadia Fanchini und Federica Brignone machten unliebsame Bekanntschaft mit der schwierigen Strecke, blieben aber wohl unverletzt.

Rebensburg lässt Zukunft offen

Für Viktoria Rebensburg sollte es bei ihrem vermutlich letzten olympischen Rennen keine Krönung geben. Die 28-Jährige leistete sich zu viele Fehler im Mittelteil und lag im Ziel als Neunte 1,40 Sekunden hinter der Bestzeit. Die Erwartungen waren ohnehin nicht so riesig. Erst am letzten Trainingstag hatte sie ihren Frieden mit der olympischen Abfahrtsstrecke gemacht.

"Im oberen und unteren Teil war ich gut dabei. In der Mitte habe ich eine Sekunde bekommen. Da war ich ein wenig weit von der Linie. Wie mein Gefühl ist, kann ich mir nicht vorstellen, in vier Jahren zu starten", ärgerte sich Rebensburg. Olympia-Debütantin Kira Weidle kam nach ihrem Sturz beim Super G diesmal gut durch und wurde am Ende gute Elfte. "Es hat heute Spaß gemacht. Es war heute eine Steigerung. Es war aber mehr drin. Ich habe es aber genossen", sagte Weidle im ZDF.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

rei/sid | Stand: 21.02.2018, 05:03

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