DSV-Kombinierer - mehr Favorit geht nicht

Vor dem Staffelrennen

DSV-Kombinierer - mehr Favorit geht nicht

Von Sanny Stephan

Platz 1, 2, 3 und 7 im Einzelrennen für die deutschen Kombinierer - das Team geht am Donnerstag als Topfavorit ins Staffelrennen. Damit war vor einem Monat überhaupt nicht zu rechnen.

"Wir sind noch nicht ganz in Form. Uns fehlen Selbstsicherheit und Fluss. Ich denke aber, dass wir das bis Olympia hinbekommen", sagte Hermann Weinbuch Mitte Januar im Interview mit sportschau.de. Als die siegverwöhnten deutschen Kombinierer im Weltcup den Norwegern hinterherliefen und nicht mehr die erste Geige spielten, wurden viele im Umfeld nervös.

Weinbuchs Wünsche übertroffen

Nicht so der Bundestrainer. Hermann Weinbuch vertraute seinen Jungs. "Mein Ziel ist, dass es alle Aktiven hinbekommen, in Hochform zu Olympia zu fahren. Drei Wettkämpfe haben wir, am liebsten wären mir eine Goldmedaille und zwei weitere Medaillen", sagte Weinbuch damals.

Das Ziel ist schon vor dem Staffelrennen am Donnerstag (22.02.2018/ab 8.30 Uhr/MEZ) übertroffen. Eric Frenzel (Gold und Bronze), Johannes Rydzek (Gold) und Fabian Rießle (Silber) haben Weinbuchs Medaillenkonto als Trainer wachsen lassen. 48 Mal Edelmetall hat der Bayer in seiner Trainerlaufbahn gesammelt, 13 davon bei Olympischen Spielen - und eine wird wahrscheinlich noch dazukommen. "Die Jungs haben etwas Einmaliges geschafft. Wir sind anscheinend ein Team der Superlative", sagte der Coach vor dem Staffelrennen.

Kircheisen nicht dabei

Nach dem Dreifach-Triumph von Rydzek, Rießle und Frenzel im Einzel von der Großschanze sind die DSV-Kombinierer die haushohen Favoriten auf Staffel-Gold. Vinzenz Geiger komplettierte als Siebter das starke Abschneiden und hat damit einen Platz im Teamrennen sicher. Björn Kircheisen bleibt bei seiner fünften Olympia-Teilnahme somit nur die Ersatzbank.

Was ist mit Norwegen los?

Die Norweger nahmen dagegen den umgekehrten Weg - im Weltcup kochten sie die deutschen Athleten in dieser Saison oft ab, doch bei Olympia geht fast nichts. Nur Jarl Magnus Riiber war mit zwei vierten Plätzen bisher in Schlagdistanz. Espen Andersen, Jan Schmid und Jörgen Graabak kamen in den Einzelrennen deutlich abgeschlagen ins Ziel und können die Kohlen jetzt nur in der Staffel aus dem Feuer holen. Neben Norwegen gehören Japan und Österreich zu den Favoriten.

Stand: 21.02.2018, 10:42

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