Ski-Freestyler fordern mehr Unterstützung

Die Freestylerin Sabrina Cakmakli aus Deutschland

Mehr Geld, mehr Förderung

Ski-Freestyler fordern mehr Unterstützung

Die mangelnde Konkurrenzfähigkeit in den so genannten jungen Sportarten sorgt für Unmut bei den deutschen Freestylern und deren Verantwortlichen.

"Mit den Mitteln, die wir jetzt haben, kriegen wir den Anschluss nicht", sagte Heli Herdt, sportlicher Leiter im Bereich Freestyle beim Deutschen Skiverband (DSV) und ergänzte: "Wir finden dieses Geld im Moment auf dem freien Markt nicht."

Der DSV finanziert sich im Gegensatz zu anderen Verbänden selbst, also ohne direkte Zuschüsse des Bundes. Im Ski-Freestyle gibt es bei Olympia zehn Wettbewerbe, "konkurrenzfähig sind wir mit viel Glück in der Halfpipe der Damen und mit größerer Wahrscheinlichkeit im Skicross", sagte Herdt.

Im Snowboard (ebenfalls zehn Wettbewerbe) sehe es nicht viel besser aus. "Wenn wir nur bei der Hälfte der zu vergebenen Medaillen eine Chance hätten, hätten wir vielleicht fünf Medaillen mehr. Dann schaut der Medaillenspiegel, der ja immer so wichtig ist, am Ende ganz anders aus", sagte Herdt.

Buckelpisten-Förderung eingestellt

Allein in den Bereichen Slopestyle und Halfpipe hält Herdt eine Investition von mehr als fünf Millionen Euro über die nächsten beiden Olympia-Zyklen für notwendig, um den Anschluss an die Weltspitze herzustellen. "Wir brauchen zusammen 650.000 Euro aufwärts im Jahr, die nächsten acht Jahre", sagte er: "Mit dem Bestand ist es nicht leistbar." Als der Bereich Skicross finanziell besser ausgestattet wurde, begann dort der Erfolg.

Seit 2014 hat der DSV etwa die Förderung der Sparte Buckelpiste eingestellt, eine Mannschaft würde etwa 500.000 Euro im Jahr kosten. Die Olympiateilnehmerinnen Lea Bouard und Katharina Förster investierten zuletzt Eigenmittel in Höhe von 25.000 Euro pro Saison.

Weit von der Weltspitze entfernt

DSV-Sportdirektor Wolfgang Maier hatte sogar das Aus von Freestyle-Sportarten wie Slopestyle und Halfpipe zur Diskussion gestellt, sollten die öffentlichen Fördermaßnahmen nicht drastisch erhöht werden.

Deutschland sei, wie auch die Spiele in Pyeongchang wieder bewiesen, in diesen Disziplinen weit von der Weltspitze entfernt. "Ein Bekenntnis zu den Disziplinen Slopestyle und Halfpipe verbunden mit dem entsprechenden Invest wäre der erste Ansatz", sagte Maier. Derzeit erhalte der DSV für die Freestyler nur 180.000 Euro öffentliche Fördermittel.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann sieht das Potenzial und die Schwierigkeiten: "Ohne die Förderung des Bundes, also ohne bessere Unterstützung, geht das schlichtweg nicht", so Hörmann. "Es gilt deshalb, auch dafür neue Formen der Unterstützung im Zuge der Reform zu finden. Da ist noch erheblich Luft nach oben."

sid/dpa/Red | Stand: 20.02.2018, 08:54

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