Eisschnelllauf - Nuis siegt, Ihle abgehägt

1000 Meter der Männer

Eisschnelllauf - Nuis siegt, Ihle abgehägt

Auch Nico Ihle kann die Bilanz der deutschen Eisschnellläufer nicht retten: Sie werden bei den Winterspielen in Pyeongchang wohl ohne Medaille bleiben. Gold über die 1000 Meter ging erneut an einen Niederländer.

Auch der letzte Hoffnungsträger hat die Ehre der deutschen Eisschnellläufer bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang nicht retten können.

Nächste Nullrunde droht

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft steht nach dem Debakel von Sotschi 2014 damit unmittelbar vor der nächsten Nullrunde.

Nico Ihle war die letzte Medaillenaspirant des einst so erfolgreichen Verbandes, der auch wegen der überwiegend schwachen Auftritte seiner Athleten nun mit einer schlechten Verhandlungsbasis in die Gespräche um Fördergelder gehen muss. Claudia Pechstein besitzt im abschließenden Massenstart am Samstag (24.02.18) höchstens Außenseiterchancen.

Nuis erneut vorn

Der Sieg über die lange Sprintdistanz ging in 1:07,95 Minuten an Kjeld Nuis, der den Niederlanden das siebte Eisschnelllauf-Gold bescherte. Der 1500-m-Olympiasieger und Weltmeister verwies 500-Meter-Olympiasieger Havard Lorentzen (Norwegen/1:07,99) und Kim Tae Yun (Südkorea/1:08,22) auf die Plätze.

Joel Dufter (Inzell) als zweiter deutscher Starter kam in 1:09,46 nicht über den 14. Platz hinaus. Ihle war gegen den Polen Konrad Niedzwiedzki als klarer Favorit in das zwölfte von 18 Duellen des Abends gestartet. Er habe nichts dagegen, auf einen Gegner zu treffen, dem "ich erst einmal eine schöne Breitseite verpasse", hatte Ihle im Vorfeld gesagt.

Zu weit nach außen getragen

Der forschen Ansage ließ Ihle Taten folgen, das Duell mit Niedzwiedzki (1:10,02) gewann er spielend. Doch seine große Schwäche bereitete ihm erneut Probleme: Anders als über die 500 Meter blieb er zwar ohne Fehlstart, in der Innenkurve wurde Ihle aber von den Fliehkräften viel zu weit nach außen getragen. Er brachte den Lauf zwar passabel zu Ende, trotz der zwischenzeitlichen Bestzeit haderte er aber schon im Ziel.

Eine Zeit knapp über 1:08,00 Minuten hatte Ihle für die Medaillen prognostiziert. Angesichts seiner 1:08,93 Minuten war dem erfahrenen Sprinter sofort klar, dass die erste Olympia-Medaille ein Wunschtraum bleiben würde. Nur zwei Läufe später wurde er aus den Podesträngen verdrängt. Die deutschen Eisschnelllauf-Männer warten somit seit 2002 weiter auf eine Olympiamedaille.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

wp | Stand: 23.02.2018, 12:27

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