Eiskunstlauf: Regeln und Wissenswertes

Von Fellen, Königinnen und Manipulationen

Eiskunstlauf: Regeln und Wissenswertes

  • Schlittschuhe waren zunächt Hilfsmittel für die Jagd
  • Eiskunstlauf als erste Wintersportart bei den Olympischen Spielen
  • Bewertungsanpassungen gegen Manipulationen durch Kampfrichter

Eiskunstlaufen gilt als eine der elegantesten Sportarten der Welt. Nicht ganz so anmutig ist sein Ursprung, denn als sich vor mehr als 4.000 Jahren die ersten Menschen auf "Schlittschuhen" bewegten, waren es wahrscheinlich bärtige Männer mit Fellen über der Schulter, die die aus Knochen gefertigten Schlittschuh-Prototypen nutzten, um im Norden Europas Jagd auf wilde Tiere zu machen.

Sport der Oberschicht

In vielen Regionen Europas war das Kufenvergnügen lange den Adligen vorbehalten. So ist bekannt, dass König Ludwig XVI. im winterlichen Paris gern zum Eislaufen einlud. Auch Madame de Pompadour, Napoleon sowie die englische Königin Victoria gehörten zu den Fans der Wintersportart. In den liberalen Niederlanden war es dagegen schon immer ein Volksvergnügen, und viele Tausende bevölkerten im Winter die zugefrorenen Grachten.

Die ersten Regeln

Der erste Verein entstand 1742 im schottischen Edinburgh, 30 Jahre später erschien in London das früheste Eislaufhandbuch. Als Gründer des modernen Eiskunstlaufens gilt der Amerikaner Jackson Haines, der selbstentwickelte Stahlschlittschuhe benutzte. Auf seine Schüler geht das erste Reglement (1881) zurück, das sogenannte Regulativ, das dann später von der Internationalen Eislaufunion (ISU) übernommen wurde. Diese Regeln waren auch die Grundlage für den ersten internationalen Wettkampf in Wien.

Der frühe Weg zu Olympia

Ein weiterer Meilenstein für die Entwicklung des Eiskunstlaufens war die Gründung der ISU 1892. Von da an fanden regelmäßig Welt- und Europameisterschaften statt. Durch diese Professionalisierung wurde Eiskunstlaufen zur ersten Wintersportart, die es zu den Olympischen Spielen schaffte. 1908 bei den Sommerwettkämpfen in London wurde Ulrich Salchow erster Olympiasieger. Bei den Frauen siegte Eislauflegende Madge Syers-Cave aus Großbritannien, die 1902 bei der Männer-WM an den Start gegangen war und die Silbermedaille errang. Im Paarlauf waren Anna Hübler und Heinrich Burger aus Deutschland erfolgreich.

Neue Transparenz

Seitdem gehört Eiskunstlaufen immer zum Programm der 1924 eingeführten Winterspiele. Bei den Spielen in Innsbruck (1976) kam der Eistanz hinzu. Eine große Umwälzung erfolgte 2005. Die ISU wollte das nach Kampfrichterabsprachen in Verruf geratene Eiskunstlaufen transparenter gestalten und führte ein neues Bewertungssystem ein.

Die Notengebung

Jedem Element ist jetzt ein fester "Basiswert" zugeordnet. Beim Doppel-Axel sind das z.B. 3,5 Wertungspunkte. Von diesem Wert ausgehend hat der Kampfrichter die Möglichkeit, das Element auf einer Skala von 3 (sehr gut) bis -3 (schlecht) zu bewerten. In einer von der ISU entwickelten Tabelle kann er im Anschluss den Endwert des einzelnen Elementes ablesen. Am Ende wird die sogenannte Technische Note – früher auch A-Note genannt – gebildet. Des Weiteren werden "Programmkomponenten" wie Choreographie, Interpretation, Ausführung, Übergänge zwischen Elementen und eisläuferische Fähigkeiten bewertet (vormals B-Note). Dieses Bewertungsverfahren wird sowohl in der Kurzkür (Originalprogramm) als auch in der Kür angewandt. Beim Eistanz wird die Benotung in Originaltanz, Pflichttanz und Kürtanz so durchgeführt. Pro Lauf bzw. Tanz werden die Technische Note und die Pogrammkomponenten zu einer Gesamtnote verrechnet. Der oder die Sportler mit der höchsten Punktzahl aus allen Durchgängen gewinnen.

Thema in: Wintersport im Ersten, ab 09.02.2018

red | Stand: 29.01.2018, 15:34

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