Curling - "Garlic Girls" kämpfen um Gold

Das Südkoreanische Curling-Team

Curling - Finale der Frauen

Curling - "Garlic Girls" kämpfen um Gold

Den Kampf um Curling-Bronze hat Japan gewonnen, und auch Gold könnte nach Asien gehen: Die südkoreanischen "Garlic Girls", die allesamt "Kim" heißen, treffen im Finale am Sonntag ab 1.05 Uhr auf Schweden und haben in Pyeongchang bisher alle überrascht und begeistert.

Der Kosename klingt etwas anrüchig, aber er soll nun wirklich nichts mit dem Geruch der fünf jungen Frauen zu tun haben. "Garlic Girls" heißen die Curlerinnen nur deshalb, weil es in ihrer Heimatstadt Uiseong angeblich den besten Knoblauch Koreas geben soll. Der zweite Spitzname des Quintetts liegt etwas näher: "Team Kim". Besonders einfallsreich ist das nicht, denn alle fünf Spielerinnen der südkoreanischen Auswahl heißen - genau, Kim.

Pfannkuchen, Steak und Schokolade

Kim Eun Jung ist die Skipperin, und damit man sich teamintern auch mal ohne Verwechslungsgefahr etwas zurufen kann, trägt sie den Beinamen "Annie". Dabei soll es sich um einen britischen Joghurt handeln, und auch die Mitspielerinnen heißen wie ihre Leibgerichte in englischer Sprache: Wenn es über die Bahn "Pancake", also Pfannkuchen, schallt, ist Kim Yeong Mi gemeint. Kim Kyeong Ae wird "Steak" gerufen, Kim Cho Hae ist mehr für Süßes und heißt "Chocho", Kim Seon Yeong heißt "Sunny", weil sie ihr Spiegelei immer mit dem Eigelb nach oben bestellt: sunny side up also.

Das Team, das natürlich auch von einer Frau Kim (Kim Min Jung) trainiert wird, muss sich deshalb immer wieder nach einer gemeinsamen Familienzugehörigkeit fragen lassen, doch nur zwei der fünf sind Schwestern. Der Zusammenhalt ist aber einer intakten Familie ähnlich, berichtet die Skipperin Kim Eun Jung: "Ich kann mir niemals vorstellen, nochmal in einer anderen Mannschaft zu spielen, das wäre nicht dasselbe. Wir gehören zusammen, wir sind Freundinnen und haben den Sport gemeinsam erlernt."

Geld aus den Familien

Die Geschichte begann vor zwölf Jahren, als in der Knoblauch-Haupstadt das erste Curling-Center Südkoreas errichtet wurde. Immer wieder fehlte aber das Geld für ein geordnetes Training und Wettkämpfe auf Hochleistungsniveau, die Familien selbst und privat rekrutierte Sponsoren sprangen immer wieder in die Bresche, zumal der Verband zerstritten war.

Einen großen Titel haben die Kims in ihrer Laufbahn noch nicht gewonnen, doch in Pyeongchang reißen sie ihre Landsleute auf den Rängen mit. Spätestens, nachdem sie die hochfavorisierten Amerikanerinnen in der Vorrunde mit 9:6 bezwungen hatten, begann der Traum zumindest von einer Medaille. Auch andere Curling-Topnationen wie die Schweiz, Großbritannien und sogar Titelverteidiger Kanada musste den Südkoreanerinnen bei diesen Spielen bereits gratulieren. Die hochdekorierte kanadische Doppel-Weltmeisterin Colleen Jones tat das verbunden mit großer Wertschätzung für die gefühlvolle Spielweise der Kims: "Es macht einfach Freude, diesem Team zuzuschauen."

Überraschungs-Bronze für Japan

Nach einem spannenden kleinen Finale sichern sich die Japanerinnen die Bronzemedaille

Bronze für Japan - Mitfavorit Großbritannien blieb nur Rang vier.

Im Finale gegen Schweden ist Südkorea nun zwar erneut Außenseiter, die Drei Kronen haben bereits zweimal Olympia-Gold geholt. Aber nach dem bisherigen Verlauf dieses Wettbewerbs ist nichts mehr sicher, zumal es auch im Spiel um Platz drei eine Überraschung gab: Großbritannien hatte den Sieg gegen Japan und damit wenigstens den Trostpreis in der Hand, doch Skipperin Eve Muirfield verhaute den letzten Stein, so dass der Kampf um Bronze mit 5:3 an den Außenseiter ging.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

horni | Stand: 24.02.2018, 16:34

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