Jamanka rast mit Mut zu Zweierbob-Gold

Entscheidung im Zweierbob der Frauen

Jamanka rast mit Mut zu Zweierbob-Gold

Die Bob-Sensation ist perfekt: Mariama Jamanka und Anschieberin Lisa Buckwitz haben im Zweierbob den ersten Platz nicht mehr aus den Händen gegeben und sind mit viel Mut und etwas Fortune zu Gold gefahren.

Elana Meyers Taylor im ersten US-amerikanischen Schlitten legte vor und fuhr mit 50,73 Sekunden im vierten Lauf zu Silber, profitierte dabei von den enormen Startfähigkeiten ihrer Anschieberin. Aber Jamanka und Anschieberin Buckwitz behielten die Nerven und siegten im Ziel mit dem Vorsprung von sieben Hundertstel Sekunden. Zwar war die Startzeit knapp zwei Zehntel langsamer als die von Meyers Taylor mit Lauren Gibbs, aber am Ende jubelte die 27 Jahre alte Pilotin aus Berlin. Meyers Taylor hatte bereits vor vier Jahren die Silbermedaille errungen. Der bislang letzte deutsche Triumph im Zweierbob der Frauen war Sandra Kiriasis 2006 in Turin gelungen.

Schneider/Drazek verlieren viel Zeit

Enttäuschend verlief der Wettbewerb für das deutsche Duo Stephanie Schneider/Annika Drazek. Verletzungsgeplagt mussten die beiden Frauen im dritten und vierten Durchgang besonders beim Start Zeitverluste hinnehmen und mussten sich mit Rang vier zufriedengeben. Im Ziel hatte das Duo nur acht Hundertstel Sekunden Rückstand auf die drittplatzierten Kanadierinnen Humphries/George, die bei den Olympischen Spielen 2010 und 2014 Gold gewonnen hatten. Das dritte deutsche Duo Kohler/Nolte kam auf Platz 14.

Pikanter Tausch

Bundestrainer René Spies hatte vor den Spielen die beiden Frauenteams umgebaut: Um die favorisierte Schneider zu stärken, hatte der Coach die Anschieberinnen unter den Bobs getauscht. Drazek galt als die stärkere Co-Pilotin. Doch dann trat die Schicksalsgöttin auf den Plan.

Beide waren schon am vergangenen Dienstag (20.02.18) zu den ersten beiden Läufen verletzt an den Start gegangen. Schneider kämpft mit muskulären Problemen am Rücken, Drazek war in der vergangenen Woche beim Training umgeknickt. Aus dem vermeintlichen Vorteil in der Besetzung entwickelte sich also unfreiwillig ein Nachteil.

Ihren bislang größten Erfolg 2017 mit dem EM-Titel in Winterberg feierte Jamanka mit Drazek zwei Jahre nach ihrem Weltcup-Debüt in Königssee. Im aktuellen Weltcup-Winter gelangen ihr drei Podestplätze. Nach den Überseerennen, bei denen Drazek fehlte, wurde sie mit der weltbesten Anschieberin in Winterberg Dritte. "Sie bringt einen Wahnsinnsschub in den Bob", schwärmte Jamanka über die ehemalige Sprinterin.

Nun hat sie Buckwitz im Heck, die mit Schneider eng befreundet ist. Das ist aber kein Problem. "Wir kommen alle so gut miteinander aus, da gönnt eine der anderen den Erfolg", sagte Jamanka. Ein Erfolg, der für die für Oberhof startende Pilotin nicht größer sein könnte.

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

jo | Stand: 21.02.2018, 15:17

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