Auf der Suche nach der mysteriösen Biathlon-Regel

Nach der Enttäuschung in der Mixed-Staffel

Auf der Suche nach der mysteriösen Biathlon-Regel

ARD-Biathlon-Experte Christian Dexne versucht, Licht ins Dunkel der Biathlon-Regeln zu bringen. In der Sportart wurden über Vorgaben diskutiert, die nie niedergeschrieben worden sind. Die deutsche Mixed-Staffel konnte sich bei ihrer Beschwerde auf keinen Paragraf beziehen.

Mehrere Experten konnten auf keinen Paragrafen im Reglement verweisen, der die Situation beim Zieleinlauf klar definiert. Hatte sich der Italiener Dominik Windisch bei der Mixed-Staffel am Dienstag (20.02.2018) nun regelwidrig verhalten, als er in der blauen Zone noch die Spur wechselte und Arnd Peiffer damit womöglich behinderte? Oder nicht?

Eindeutige Antworten gab es dazu von offizieller Seite nicht. ARD-Biathlon-Experte Christian Dexne versuchte derweil, etwas Licht ins Dunkel zu bringen. "Um zu verhindern, dass vor der Ziellinie gedrängelt wird, hat die IBU diese Zielkorridore eingeführt. Und damals wurde klar kommuniziert, dass bei Erreichen dieser Korridore ein Spurwechsel nicht mehr gestattet ist und mit einer Disqualifikation geahndet wird. Das wurde auch so umgesetzt", sagt Dexne.

Allerdings hat die Sache offenbar einen entscheidenden Haken: "Es wurde aber offenbar nie schriftlich fixiert."

Dexne las auch selbst nochmal im Regelwerk nach. Fündig geworden ist er trotz intensiver Lektüre nicht. "Wie das am Ende juristisch einzuschätzen ist, das kann ich nicht bewerten", sagt Dexne.

Jury: Peiffer musste Tempo nicht verringern

Die deutschen Trainer hatten direkt nach Zielankunft Protest eingelegt, weil sie einen klaren Regelverstoß erkannt hatten. Der Weltverband wies diesen Einspruch nach knapp halbstündiger Beratung zurück. Die Italiener sicherten sich die Bronzemedaille, für die deutsche Staffel blieb nur Blech.

Begründung: Peiffer habe zu jeden Zeitpunkt sein Tempo halten können, er sei nicht ausgebremst worden. Borut Nunar, Renndirektor der Internationalen Biathlon Union (IBU), bestätigte in der ARD lediglich, dass sich alle Jurymitglieder über die Entscheidung einig waren und kein Regelverstoß erkennbar war.

Stand: 21.02.2018, 10:24

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