Arnd Peiffer - Bloß nicht wieder flattern

Arnd Peiffer in der Mixed-Staffel

Biathlon - Männer-Staffel

Arnd Peiffer - Bloß nicht wieder flattern

Die deutsche Männer-Staffel ist im Biathlon eigentlich eine Medaillen-Bank. Doch wie schnell alles verloren sein kann, erlebte Arnd Peiffer gerade im Mixed-Rennen. Jetzt ist er wieder gefordert.

Wie nah im Biathlon Sieg und Niederlage beisammen liegen, haben wohl alle Athleten dieses Sports schon erlebt. Arnd Peiffer musste allerdings am Dienstag (20.02.18) im Mixed-Rennen eine Hardcore-Variante einer Niederlage einstecken, nachdem er zuvor im Sprintrennen noch zum triumphalen Gold gelaufen war. Doch diesmal: Mit 30 Sekunden Vorsprung auf die Strecke gegangen verspielte Peiffer alles. Nicht mal Bronze gab’s für ihn, den diesmal schuss- und laufschwachen Goldmann aus dem niedersächsischen Clausthal-Zellerfeld, und seine drei Teamkollegen.

Am Freitag (12.15 Uhr, Livestream und Ticker bei Sportschau.de) ist er nun noch einmal gefordert: Peiffer wird mit Erik Lesser, Benedikt Doll und Simon Schempp um olympisches Gold im Staffelrennen kämpfen. Und er darf bloß nicht wieder flattern. Die Last des Schlussläufers bleibt Peiffer diesmal aber erspart: Schempp wird die Sache zu Ende bringen müssen.

Athlet klarer Worte

Eine Medaille, die im Kampf gegen die ebenfalls favorisierten Franzosen möglichst golden werden soll, könnte Peiffer trotz seines Fauxpas im Mixed-Rennen zu einem großen Sieger dieser Spiele machen. Und wahrscheinlich wird er in der Stunde eines Triumphes auch wieder klare Worte finden. Denn dafür ist der 30-Jährige bekannt. "Nur ich hab's vergeigt", sagte er unmissverständlich nach dem Mixed-Dilemma. Einen Protest wegen der Behinderung durch den Italiener Dominik Windisch hatte er zunächst unterstützt, aber auch zugegeben: "Er war einfach schneller als ich."

Peiffer hat sich in diesen Tagen aber nicht nur mit Selbstkritik positioniert. Nach seinem Sprint-Titel mochte er auch so gar nicht in heraufziehende Olympia-Euphorie einstimmen. Viel mehr sorgte er sich im Moment des größten Triumphes um die Nachhaltigkeit der Spiele in Südkorea. "Ich finde diesen Gigantismus verkehrt. Weniger wäre manchmal mehr, man sollte auf den Umweltschutz achten und weniger Natur zerstören", meinte er in Richtung der olympischen Gastgeber.

Kritischer Zeitgenosse

Ganz deutlich äußerte er sich auch zur Doping-Problematik und den Umgang mit dem russischen Team: "Bewiesen wurde, dass in Sotschi 2014 ein systematisches Doping beziehungsweise ein systematisches Austauschen von Doping-Proben stattgefunden hat. Da ist es schon eine Farce, dass Leute wie der Skilangläufer Legkow oder der Skeletonfahrer Tretjakow nach dem CAS-Urteil wieder als Olympiasieger zählen. Für die, die nachgerückt wären, ist das ein Schlag ins Gesicht."

Zudem habe das Internationale Olympische Komitee (IOC) kaum etwas mit der Aufklärung des systematischen Dopings zu tun: "Es ist ja nicht das Verdienst des IOC, dass alles aufgeflogen ist. Ohne die ARD-Dokumentation, die Netflix-Doku 'Ikarus' und die Aussagen von Kronzeuge Grigorij Rodschenkow wäre das alles nicht rausgekommen. Erst dadurch ist das IOC so unter Druck geraten, dass sie handeln mussten."

Vom 05. bis 28. Februar berichten wir im ARD-Hörfunk, im Ersten und den Dritten Programmen ausführlich über die Olympischen Spiele.

oja | Stand: 22.02.2018, 11:02

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