Biathlon - Deutsche geschlagen bei Kuzmina-Sieg

Biathlon, Frauen-Massenstart

Biathlon - Deutsche geschlagen bei Kuzmina-Sieg

Keine Chance für Laura Dahlmeier und Co. im Biathlon-Massenstart über 12,5 Kilometer: Die Slowakin Anastasiya Kuzmina war viel zu stark für die Konkurrenz.

Die zuverlässige Medaillen-Sammlerei der deutschen Biathletinnen erfuhr beim Massenstart-Rennen in Alpensia ein vorläufiges Ende: Während die slowakische Siegerin Anastasiya Kuzmina am Schießstand fast fehlerfrei blieb und dazu eine überragende Laufleistung bot, fehlte es bei den vier deutschen Starterinnen diesmal vor allem an der Präzision im Schießen.

Nervenkrimi am Schießstand

Vor allem Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier hatte offenbar mit den Nerven zu kämpfen und leistete sich schon liegend zwei Schießfehler. Zu viel, um erneut mit einer Medaille wegzugehen. Silber schnappte sich mit einem Rückstand von 18 Sekunden die Weißrussin Darya Domracheva, Dritte wurde Tiril Eckhoff aus Norwegen (Rückstand 27 Sekunden). Als beste Deutsche kam Denise Herrmann auf Rang zehn, Franziska Preuß wurde Elfte. Dahlmeier wurde 16., Vanessa Hinz 25.

"Es war nicht das Rennen der Deutschen", stellte ARD-Expertin Kati Wilhelm fest. "Laura hatte viel Stress in den letzten Tagen, das hat sicherlich Einfluss auf die Leistung gehabt", sagte Wilhelm. Bundestrainer Gerald Hönig meinte: "Wir hatten heute nicht die Laufform, um vorne zu landen."

Nervenkrieg Massenstart-Rennen: Wie immer entwickelte sich der 12,5-km-Wettbewerb nach dem Motto "Frau gegen Frau" auch zu einem Test der mentalen Stärke. Denn: Es wurde mächtig eng am Schießstand, als die 30 Läuferinnen erstmals - beinahe zeitgleich - ihre Arbeit am Gewehr aufnahmen.

Dahlmeier zeigt Schwächen im Schießen

In der von zahllosen Flutlichtern hell erleuchteten Arena zeigte ausgerechnet Dahlmeier Nerven und musste einmal in die Strafrunde. Fehlerfrei blieben im Liegendanschlag unter vielen Kuzmina und Herrmann, die schon auf der ersten Runde ihre überragenden Lauf-Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatten. Die wegen zunehmender Kälte dick eingepackte Dahlmeier hatte bereits 34 Sekunden Rückstand auf die Führende Kuzmina.

Die auch im zweiten Schießen fehlerfrei bleibende Ex-Langläuferin Herrmann hielt gegen die souverän auftrumpfende Kuzmina als einzige Deutsche einigermaßen Anschluss, während Dahlmeier auch im zweiten Liegendschießen einmal die Strafrunde besuchen musste. Damit war klar: Die Doppel-Olympiasiegerin kam schon nicht mehr für eine Medaille in Frage.

Kuzmina setzt sich nach drittem Schießen ab

Der Weg war also frei für ihre Konkurrentinnen. Vor allem Kuzmina nahm diese Vorlage dankend an. Wie ein Uhrwerk feuerte sie auch ihre Schüsse beim dritten Schießen ab und setzte sich deutlich ab. Für das deutsche Team waren die Chancen dahin, als Herrmann zwei Fehler unterliefen und auch Preuß nicht fehlerlos blieb.

Kuzmina verfehlte lediglich den allerletzten Schuss, ihr Vorsprung reichte aber. Und so ging sie mit einem Polster von 24 Sekunden auf Domracheva auf die letzte Strecke und brachte ihren Sieg nach 35:23 Minuten nach Hause.

oja | Stand: 17.02.2018, 13:07

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