Olympia | Skispringen Skispringen: Deutsches Team springt ganz am Ende noch zu Bronze

Stand: 14.02.2022 13:00 Uhr

Die deutschen Skispringer haben die Bronzemedaille von der Großschanze geholt. Nach einem knappen Springen durften Constantin Schmid, Stefan Leyhe, Markus Eisenbichler und Karl Geiger feiern. Gold ging an Österreich, Silber an Slowenien.

Riesiger Jubel bei den deutschen Skispringern: In einem dramatischen Wettbewerb bei -24°C im Zhangjiakou National Ski Jumping Centre sicherten sich die DSV-Athleten hauchdünn die Bronzemedaille vor Norwegen. Über Gold freute sich Österreich, Silber ging nach Slowenien.

Schmid und Leyhe legen vor

Als erster deutscher Springer ging Constantin Schmid an den Start. Bei schwierigen Windverhältnissen landete der 22-Jährige bei 122 Metern. "Team D" fiel vom vierten Rang, den sich die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Horngacher im ersten Durchgang erarbeitet hatte, auf den sechsten Platz zurück. Die Abstände zur Spitzengruppe blieben aber eng.

Schmid wurde gefolgt von Stephan Leyhe. Der 30-Jährige hatte in Zhangjiakou bislang die meisten Probleme mit der Schanze. Am Montag zeigte sich Leyhe aber in guter Form: Nach einem soliden Satz im ersten Springen (127,5 m) zeigte der Nordhesse auch im zweiten Durchgang eine erfreuliche Leistung. Er verbesserte sich nochmals und landete bei 129 Metern. Somit schob er das deutsche Team wieder auf den vierten Rang.

Geiger schiebt Deutschland auf Rang drei

Es folgten Deutschlands beste Springer: Als dritter DSV-Athlet stieg Markus Eisenbichler auf die Schanze. Der Oberbayer hatte eine Medaille im Einzel als Fünfter nur knapp verpasst. Im Teamwettbewerb präsentierte sich der 30-Jährige bei gutem Wind blendend.

Nach einem starken ersten Satz (136 m) lieferte Eisenbichler auch im zweiten Springen ab. Er verbesserte sich nochmals und landete bei 139,5 Metern. Eisenbichler hielt Deutschland auf Rang vier und verkürzte den Abstand. Die drittplatzierten Norweger lagen jetzt nur noch 2,6 Punkte vor "Team D".

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Zitterpartie um die Medaille

Bevor sich die letzte Gruppe auf die Schanze begab, bahnte sich eine Zitterpartie um die Medaillen an.

Karl Geiger, Bronzegewinner im Einzel, schloss das Springen aus deutscher Sicht ab. Der 29-Jährige sprang 129 Meter und sicherte Deutschland so mit einem minimalen Vorsprung von 0,8 Punkten die Bronzemedaille. Norwegen konnte sich nicht mehr an der deutschen Mannschaft vorbeischieben und musste sich hauchdünn mit Platz vier begnügen.

"Ich habe so gefightet", sagte Eisenbichler nach dem Springen. "Ich wollte unbedingt die Scheißmedaille", so der 30 Jährige weiter und entschuldigte sich im Anschluss für den Kraftausdruck. "Ich weiß noch gar nicht, wohin mit meinem Emotionen. Ich bin brutal dankbar." Ähnlich ging es Bundestrainer Stefan Horngacher: "Ich bin extrem froh. Das war wirklich auf Messers Schneide. Wegen des Windes war es ein schwieriger Wettkampf", sagte Horngacher. "Die Jungs sind gut gesprungen heute. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll und muss meine Emotionen erst einmal sammeln."

"Team D" legt Grundstein im ersten Springen

Die Grundlage für den Medaillenerfolg hatten die deutschen Athleten bereits im ersten Durchgang gelegt. Schmid, Leyhe, Eisenbichler und Geiger zeigten sich in guter Form und lieferten allesamt stabile Sprünge bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen. Insbesondere Eisenbichler überzeugte mit einem 136-Meter-Satz bei guten Windverhältnissen.

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