Fährt zu den olympischen Spielen: Emma Aicher.

Olympia | Peking Ski Alpin: Das deutsche Team im Check

Stand: 02.02.2022 16:23 Uhr

Ein Sieg und ein paar Podiumsplatzierungen lassen die alpinen Skirennfahrer bei den Olympischen Spielen auf Medaillen hoffen. Was ist in Peking zu erwarten?

Im Skigebiet von Yanqing betreten alle Athleten Neuland. Das deutsche Team hofft trotz durchwachsener Saisonergebnisse auf Medaillen. Die Hoffnungen ruhen dabei vor allem auf den Technikern Lena Dürr und Linus Straßer - und Kira Weidle.

"Eine Frauen- und eine Männermedaille, das ist unser Minimalziel", hatte Alpinchef Wolfgang Maier als Ziel für die Spiele ausgegeben.

Lena Dürr: Im Kreis der Favoritinnen

Slalomspezialistin Lena Dürr konnte in der Saison für einige Lichtblicke sorgen. Dreimal stand sie auf dem Podest. Beim Nachtslalom in Schladming schob sie sich im Januar endgültig in den Kreis der Medaillenkandidatinnen.

Kira Weidle: Speed-Ass mit Fokus auf Edelmetall

Vizeweltmeisterin Kira Weidle geht in der Abfahrt als Anwärterin auf eine Medaille an den Start. "Das Ziel ist klar", sagte sie zuletzt, ohne es nochmal klar zu benennen. Platz vier in Garmisch-Partenkirchen bei der letzten Abfahrt vor Olympia untermauerte diese Ambitionen noch einmal. "Wenn ich sauber skifahre, dann bin ich absolut dabei."

Emma Aicher: Großes Talent am Start

Technikspezialistin Emma Aicher gilt als großes alpin Talent. Erst neun Weltcup-Rennen hat die Olympia-Debütantin bislang bestritten. Mit Platz 13 im Slalom fuhr sie ihre beste Platzierung ein und hofft neben Dürr in Peking in dieser Disziplin auf ein gutes Ergebnis.

Auch für das Team Event ist die 18-Jährige eingeplant und wird im Riesenslalom starten, obwohl sie in dieser Disziplin erst ein Weltcup-Rennen bestritten hat.

Linus Straßer: Alles ist möglich

Linus Straßer hat mit seinem Sieg beim Nachtslalom in Schladming gezeigt, dass er sich gegen die starke internationale Konkurrenz durchsetzen kann. Wenn er, wir er gerne betont, seinen "Stiefel runterfahren" kann.

Allerdings, die Konstanz fehlt. Die Olympia-Qualifikation hatte er erst mit seinem dritten Platz Mitte Januar in Adelboden geknackt. Neben dem Norweger Lucas Braathen, Österreichs Manuel Feller und Kristoffer Jakobsen aus Schweden ist Straßer dennoch der Einzige, der in dieser Saison bereits zweimal auf ein Slalom-Podium raste. Ansonsten standen nur Platz 14 sowie drei Nullnummern zu Buche.

Andreas Sander

Andreas Sander konnte bei der WM in Cortina d'Ampezzo vor rund einem Jahr mit Silber in der Abfahrt noch den größten Erfolg seiner Karriere feiern. Im Weltcup reichte es bislang noch zu keinem Podestplatz. Mit Platz vier beim Super-G von Beaver Creek hatte er Im Dezember das Podium jedoch nur knapp verpasst.

Trotz zuletzt ernüchternder Ergebnisse im Weltcup geht der 32-Jährige mit Zuversicht in die Wettkämpfe. "Ich setze hier alles auf eine Karte. Jetzt ist Olympia, es zählt nur das eine Rennen", so der Speedspezialist.

Romed Baumann:

Auch Romed Baumann hatte bei der WM 2021 Silber geholt - im Super-G. In der aktuellen Saison fehlte ihm, wie den Teamkollegen aber die Konstanz. In Lake Louise war er noch mit einem sechsten Platz in der Abfahrt gestartet. Der vierte Platz im Super-G von Wengen war dann im Januar ein weiterer Ausreißer im doch recht enttäuschenden Saisonverlauf.

Simon Jocher: Youngster mit Potenzial

Bei der Abfahrt in Gröden war der 25-Jährige im Dezember in die Weltspitze gefahren. Zwischenzeitlich hatte er sogar das Podium im Blick. Am Ende löste er mit Platz acht das Olympiaticket. Konstant starke Leistungen konnte er nicht nachlegen. Nur im Super-G war ihm noch ein Platz in den Top 15 gelungen.

Josef Ferstl: Karten werden neu gemischt

Mit zwei Top-Ten-Plätzen kann auch Josef Ferstl auf keine herausragende vorolympische Saison blicken. Beim Kitzbühl-Klassiker musste er zudem noch eine Trainings-Sturz in der Abfahrt verkraften. Zu den Favoriten zählt er damit nicht. Das "sind andere", gab er nach der Jungfernfahrt auf der Olympia-Piste zu. Aber: Für das Olympia-Rennen "werden die Karten neu gemischt".

Dominik Schwaiger: Top 5 sind drin

In Bormio hatte Dominik Schwaiger überraschend mit Platz fünf das beste Speedergebnnis seiner Karriere eingefahren. Weitere Plätze unter den Top Ten konnte er jedoch nicht verbuchen. Auf der legendären Streif war er 14, in Wengen 17. und in Baver Creek Rang 11 geworden. Bei den Olympischen Spielen könnte er sein Karrierehighlight jetzt noch toppen.

Vier DSV-Athleten bei der Abfahrt am Start

Bis Samstag will der Deutsche Skiverband (DSV) seine vier Athleten für die Abfahrt am Sonntag nominieren. Insgesamt sind fünf Speed-Spezialisten nach China gereist. Ihr zweites Rennen, der Super-G, steht am kommenden Dienstag an.