Sechs Olympia-Emotionen, die in Erinnerung bleiben

vl. Pita Taufatofua, Ester Ledecka, Aljona Savchenkound Bruno Massot

Rückblick

Sechs Olympia-Emotionen, die in Erinnerung bleiben

Triumph und Leid, Fassungslosigkeit und Entzücken – Olympia, das heißt auch immer große Emotionen. Hier gibt es sechs Momente, die von den Spielen in Pyeonchang in Erinnerung bleiben werden.

1. Eishockey: 3,2,1 – Finale!

Deutschland in einem Eishockey-Olympiafinale? Bisher undenkbar. Unmöglich. Doch dann kam der 23. Februar, das sowieso schon sensationelle Halbfinale gegen Kanada. Geschenkt, dass das Eishockey-Mutterland bestenfalls mit einer B-Truppe antrat. Die Favoritenrolle war trotzdem klar verteilt. Aber Deutschland spielte sich in einen Rausch und konnte den Vorsprung über die Zeit retten. Die letzten Sekunden waren Spannung pur, nach der erlösenden Schlusssirene war vom Team nur noch eine schwarz-gelbe Jubel-Traube zu sehen. 

2. Sprachlose Super-G-Königin

Sekundenlang starrte Ester Ledecka fassungslos auf die Anzeigetafel. "Nein. Nein, das muss ein Fehler sein", sagte die Tschechin und suchte ratlos nach einer Erklärung. Die Snowboard-Weltmeisterin war gerade Super-G-Olympiasiegerin geworden und konnte es einfach nicht glauben. Damit war sie nicht alleine an diesem denkwürdigen Olympiatag in Pyeonchang. Die zuvor schon designierte Goldgewinnerin Anna Veith, die Zuschauer und auch Kommentator Bernd Schmelzer - sie alle konnten es nicht fassen.

3. Savchenko schreit vor Glück

So sieht es aus, wenn 20 Jahre Aufopferung für ein Ziel sich endlich gelohnt haben. Aljona Savchenko ballte ihre Faust, sie brüllte ihre Freude raus – und dann kamen die Tränen. Nach vier olympischen Enttäuschungen, nach dem Patzer ihres Partners Bruno Massot im Kurzprogramm, war diese Goldmedaille eine Erlösung für die Eiskunstläuferin. Jetzt war Platz für die Emotionen.

4. Exoten-Party im Langlauf-Ziel

Langläufer aus Mexiko, Bobfahrerinnen aus Jamaika: Olympia ist auch immer ein Treffpunkt für Sport-Exoten. Besonders schön war das beim Langlauf über 15 Kilometer zu beobachten. Beim Zieleinlauf des Mexikaners German Madrazo empfingen ihn seine Konkurrenten aus Tonga, Portugal, Ecuador und Marokko. Die Geschlagenen feierten den olympischen Gedanken – am Ende sogar mit Goldmedaillen-Gewinner Dario Cologna.

5. Ein Fahrfehler lässt Loch leiden

Norbert Loch hielt seinen Sohn Felix minutentlang in den Armen. Unten, im Auslaufbereich der Rodelbahn - dort, wo Felix Loch seine großartige Karriere krönen sollte. Die dritte Einzel-Goldmedaille war für den besten Rennrodler dieser Generation fix eingeplant. Doch dann kam der eine Fehler im letzten Lauf und aus einem Olympia-Traum wurde ein trauriger Moment im Eiskanal.

6. Ein Eishockey-Tor macht Politik

Die Politik ist seit der Erfindung der Spiele im alten Griechenland ein steter Begleiter von Olympia. Auch Pyeongchang war da keine Ausnahme, sichtbar wurde das am gemeinsamen Frauen-Eishockey-Team der verfeindeten Brüderländer Nord- und Südkorea. Diesem Team gelang es, die jahrzentelangen Spannungen zumindest für einige Momente zu überwinden. Deutlich wurde das beim ersten Tor des Teams: Als Randy Heesoo Griffin gegen Japan traf, feierte die gesamte Halle. Die Fans schwenken die Einheits-Fahnen, auf denen blau auf weiß das gesamte Korea abgebildet ist und riefen: "Wir sind eins". Ein emotionaler Moment, bei dem Sport auch ein bisschen Politik machte.

Stand: 23.02.2018, 11:45

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