Die Pechvögel der Olympischen Spiele

Die Pechvögel der Olympischen Spiele

Ob Medaillenhoffnung oder Geheimfavorit - ein Fehler, eine unglückliche Bewegung oder einfaches Pech können den Traum vom Edelmetall platzen lassen.

Yuri Podlatschikow

Iouri Podladtchikov: Der Snowboard-Wettbewerb in der Halfpipe war um eine Attraktion ärmer. Sotschi-Olympiasieger Podladtchikov stürzte kurz vor dem Jahres-Höhepunkt und musste passen.

Iouri Podladtchikov: Der Snowboard-Wettbewerb in der Halfpipe war um eine Attraktion ärmer. Sotschi-Olympiasieger Podladtchikov stürzte kurz vor dem Jahres-Höhepunkt und musste passen.

Katie Ormerod: Bitterer hätten die Spiele für die britische Medaillenhoffnung nicht beginnen können. Am ersten Trainingstag brach sich die 20-jährige Snowboarderin das Handgelenk, fuhr weiter und ließ sich erst von einem Knöchelbruch stoppen.

Felix Loch war nach seinem Rennen untröstlich und sprach vom "bittersten Moment" in seinem Sportlerleben. Durch einen Fahrfehler im vierten Lauf der Rodler gab der Favorit die schon sicher geglaubte Goldmedaille aus der Hand. Am Ende ging er sogar komplett leer aus. Im Einzel wurde er Fünfter.

Auch Martin Dukurs erlebte ein Drama in der Eisrinne. Der überragende Athlet der vergangenen zehn Jahre lag bis zum letzten Lauf auf Silberkurs und purzelte doch noch aus den Medaillenrängen. 2010 und 2014 hatte der Weltcup-Dominator auf Gold-Kurs liegend den Olympiasieg noch verpasst.

Für die Rodlerin Tatjana Hüfner endete das letzte Olympiarennen als Vierte mit einer Enttäuschung. Während die Trainingsgruppe "Sonnenschein" feierte, erlebte sie einen ganz bitteren Moment in ihrer Karriere und sagte: "Bei Olympia sieht man mich jedenfalls nicht mehr."

Ein Deja-vu erlebte Paul Berg. Der Snowboard-Crosser kollidierte wie schon vor vier Jahren mit dem Kanadier Christopher Robanski und schied im Viertelfinale aus. 

Lara Gut weinte nach dem vierten Platz im Super G dicke Tränen. Eine Hundertstelsekunde oder ein Wimpernschlag fehlten der Schweizerin zur Bronze-Medaille.

Ein Trauerspiel waren die vierten Olympischen Spiele für Nicole Fessel. Die 34 Jahre alte Oberstdorferin wurde schon vor dem ersten Einsatz schachmatt gesetzt und verpasste wegen einer Erkältung die meisten Rennen. Im Teamsprint wurde sie schließlich Zehnte.

Anfang Januar hatte Newcomer Roman Rees sein Olympia-Ticket gelöst. Im Einzel sollte der 24-Jährige sein Olympia-Debüt geben und den leicht angeschlagenen Benedikt Doll ersetzen, doch Rees musste selbst erkrankt absagen.

Die Österreicherin Janine Flock sah im Skeleton schon wie die sichere Siegerin aus. Nach drei von vier Läufen lag die 28-Jährige vorne. Im allerletzten Lauf wurde sie dann auf den undankbaren vierten Platz durchgereicht. Blech statt Gold, das sich stattdessen die Britin Lizzy Yarnold sicherte.

Ausgerechnet Laura Dahlmeier "klaute" Biathletin Franziska Preuß im 15-km-Rennen der Frauen die Bronzemedaille. Im Staffelrennen dann patzte die 23-Jährige am Schießstand. Erst lud sie nach, obwohl sie alle Scheiben abgeräumt hatte. Dann musste sie in die Strafrunde. Ein gebrauchter Tag für sie und keine Medaille fürs Team.

Im Slopestyle war der Schweizer Fabian Bösch ein großer Kandidat auf Gold. Doch nach einer Norovirus-Erkrankung verpasste der Ski-Freestyler sogar das Finale und schied schon in der Quali aus.

Shorttrackerin Anna Seidel machte bei ihren Olympischen Rennen gleich drei Mal Bekanntschaft mit dem Eis. Nach Stürzen und Disqualifikationen war die 19-Jährige in Tränen aufgelöst.

Im Finale der Skicrosserinnen fühlte sich die schwedische Weltmeisterin Sandra Näslund um eine Medaille betrogen. Die Schweizerin Fanny Smith, die Bronze holte, soll den Ellenbogen ausgefahren und sie behindert haben. So blieben nur Platz vier und Tränen der Enttäuschung.

Österreichs Langgläuferin Theresa Stadlober war im 30-Kilometer-Massenstart lange auf Silberkurs. Bei Kilometer 21 bog die 25-Jährige jedoch falsch ab und musste zurück auf die richtige Strecke gelotst werden. Statt der historisch ersten Olympia-Medaille für die österreichischen Langläuferinnen wurde es am Ende nur der neunte Platz.

Stand: 09.02.2018, 06:52 Uhr

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