Bach verteidigt Olympische Winterspiele in Peking

"Wir bemühen uns, dass die Impfstoffe möglichst schnell, global und fair verteilt werden" - IOC-Präsident Thomas Bach im Interview Sportschau 10.03.2021 07:13 Min. Verfügbar bis 10.03.2022 Das Erste

Nach Wiederwahl zum IOC-Präsidenten

Bach verteidigt Olympische Winterspiele in Peking

In einem ARD-Interview nach seiner Wiederwahl spricht Thomas Bach über die Kritik an Peking 2022. Die Menschenrechtsverletzungen in China seien nicht das direkte Thema des IOC. Olympia solle ein gutes Beispiel sein für eine Welt ohne Diskriminierung.

Wenige Stunden nach seiner Wiederwahl hat IOC-Präsident Thomas Bach die immer stärker in die Kritik geratene Vergabe der Olympischen Winterspiele 2022 nach Peking verteidigt. Es seien die Spiele des Internationalen Olympischen Komitees, nicht die der chinesischen Regierung, sagte Bach am Mittwochabend (10.03.) in den ARD-Tagesthemen. Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping werde während der Eröffnungsfeier "genau einen Satz, der von uns vorgeschrieben wird, sagten dürfen".

Boykott-Forderungen nahmen zuletzt zu

Zuletzt hatte ein Bündnis von 180 internationalen Menschenrechtsgruppen und Vertretern von Minderheiten in China die Staatengemeinschaft aufgefordert, nicht an den Spielen teilzunehmen. Hintergrund sind die Menschenrechtsverletzungen, die Verfolgung von Uiguren und Tibetern sowie Chinas Drohungen gegenüber Taiwan. "Bei den Olympischen Spielen gelten die globalen sportlichen Regeln des Sports und des IOC. Und damit wollen wir ein Beispiel setzen, wie eine Welt ohne Diskriminierung funktionieren kann", sagte Bach.

"IOC keine Weltregierung"

Das IOC sei "keine Weltregierung, die hier Probleme lösen kann, die keine UN-Generalversammlung, kein Sicherheitsrat löst, kein Präsident dieser Welt. Wir können nicht unsere Regeln außerhalb des Kerns der Olympischen Spiele einem souveränen Staat überstülpen. Dort ist die Politik gefragt, dort muss die Politik ihre Möglichkeiten nutzen."

Boykotte "bringen keine Verbesserungen"

Die Winterspiele 2022 waren 2015 nach Peking vergeben worden. Bei den Sommerspielen 2008 an gleicher Stelle, als das Handeln der Regierung und Menschenrechtsverletzungen ebenfalls große Themen waren, war Bach IOC-Vizepräsident gewesen. In den Tagesthemen wiederholte er seinen Standpunkt, dass ein Boykott die "falsche Antwort auf solche Fragen" sei.

Das habe die Geschichte gezeigt, sagte der frühere Olympia-Fechter, der 1980 vom Boykott zahlreicher westlicher Nationen an den Sommerspielen in Moskau betroffen war. "Sie bringen keine Verbesserungen", sagte der 67-Jährige. Das IOC adressiere die Fragen "im Rahmen unseres Verantwortungsbereichs". Zu diesem gehöre, dass während der Spiele die IOC-Charta, in der die Einhaltung von Menschenrechten verankert sei, einzuhalten sei.

Organisatoren von Peking wollen spektakuläre Spiele bieten

Unterdessen sind die Organisatoren der Olympischen Winterspiele überzeugt, ein außergewöhnliches Sportgroßereignis zu bieten. "Wir sind überzeugt, unter der starken chinesischen Führung und mit dem IOC alle Probleme zu überwinden, die Spiele termingerecht abzuhalten und der Welt spektakuläre Spiele zu präsentieren", sagte Jiandong Zhang, der Vizepräsident des Organisationskomitees, in Bezug auf die Corona-Pandemie bei der digitalen Session des Internationalen Olympischen Komitees am Donnerstag (11.03.21).

Auch Juan Antonio Samaranch, der Leiter der Koordinierungskommission des IOC, sieht die Vorbereitungen der Winterspiele auf gutem Kurs. "In Peking leistet man Erstaunliches." Sowohl die Wettkampfstätten als auch die drei Olympischen Dörfer seien so gut wie fertig. Über die Kritik an den Peking-Spielen wegen Menschenrechtsverletzungen in China wurde bei der IOC-Session nicht gesprochen.

dpa/sid | Stand: 11.03.2021, 16:45

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