Olympia in Tokio ohne Zuschauer aus dem Ausland

Das leere Nationalstadion in Tokio

Japan schließt die Grenzen

Olympia in Tokio ohne Zuschauer aus dem Ausland

Die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele in Tokio haben jetzt bestätigt: Wegen der Corona-Pandemie werden keine ausländischen Fans nach Japan einreisen dürfen.

"Um den im Ausland lebenden Ticketinhabern Klarheit zu verschaffen und ihnen zu ermöglichen, ihre Reisepläne zu diesem Zeitpunkt anzupassen, sind die Parteien auf japanischer Seite zu dem Schluss gekommen, dass sie zum Zeitpunkt der Spiele nicht nach Japan einreisen können", teilte das Organisationskomitee am Samstag (20.03.2021) in einer Video-Schalte dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und dem Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) mit. Grund für den Beschluss ist die Angst vor der weiteren Verbreitung des Coronavirus.

Das IOC und das IPC hätten die Entscheidung "vollkommen respektiert und akzeptiert", hieß es. Ticketkäufer aus dem Ausland sollen eine Kostenerstattung erhalten. 4,5 Millionen Eintrittskarten gingen bislang an japanische Käufer. Ob Einheimische bei Olympia und Paralympics in die Arenen dürfen, soll erst bis Ende April entschieden werden.

"Sehr enttäuschend und bedauerlich"

"Es ist sehr enttäuschend und bedauerlich, aber wir mussten diese Entscheidung treffen, sie war unvermeidlich", sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto am Samstag. "Uns tut das sehr leid. Wir wissen, dass es ein großes Opfer für jeden ist", sagte IOC-Chef Thomas Bach.

Die Zahl der bislang an Ausländer verkauften Tickets bezifferten die Organisatoren auf rund 600.000 für Olympia und 30.000 für die Paralympics. Schätzungen waren zuvor von bis zu einer Million ins Ausland verkaufter Eintrittskarten ausgegangen.

DOSB: Entscheidung nachvollziehbar, "Deutsches Haus" unklar

Der Deutsche Olympische Sportbund zeigte sich verständnisvoll. "Es ist in Zeiten wie diesen eine konsequente und aus unserem Verständnis eine gut nachvollziehbare Entscheidung", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann am Samstag nach einer Präsidiumssitzung. Nun herrsche Klarheit für alle organisatorischen Schritte.

Dazu gehöre auch die Planung des vorgesehenen Deutschen Hauses in Tokio, das bisher bei den Spielen Treffpunkt für Athleten, Funktionäre, Wirtschaftspartner und Gäste aus der Politik war. Wie das Deutsche Haus in der Pandemie gestaltet werden kann, werde in der kommenden Woche final entschieden. "Man kann aber jetzt schon sagen: Es wird keinesfalls in der bisherigen Größenordnung und der üblichen Form stattfinden", sagte Hörmann.

Mehrheit der Japaner für Verlegung oder Absage

In Umfragen hatte sich zuletzt eine deutliche Mehrheit der Japaner für eine erneute Verlegung der bereits um ein Jahr verschobenen Sommerspiele oder sogar eine komplette Absage ausgesprochen.

Die Olympia-Macher bemühen sich, mit strengen Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie Vertrauen für die Austragung von Olympia und Paralympics zu gewinnen. Die neue Organisationschefin Seiko Hashimoto hatte auf eine Entscheidung über ausländische Olympia-Fans noch vor Beginn des olympischen Fackellaufs am 25. März gedrängt. Bislang waren rund eine Million Tickets an Fans aus dem Ausland verkauft worden. Für das geplante Budget der Organisatoren ist der Ausfall bei den Ticket-Einnahmen ein harter Schlag. Hinzu kommen erhebliche Folgen für das Tourismusgewerbe, das auf viel Geld von Olympia-Gästen und die Werbewirkung gehofft hatte.

dpa | Stand: 20.03.2021, 17:30

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