Olympia - Ärzteverband in Tokio fordert Absage

Der Ärzte-Verband reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Stimmen, die eine Absage der Spiele in Tokio fordern.

Olympische Sommerspiele

Olympia - Ärzteverband in Tokio fordert Absage

Der Ärzteverband in Tokio hat sich rund zwei Monate vor den geplanten Olympischen Spielen für eine Absage ausgesprochen.

In einem an Japans Ministerpräsidenten Yoshihide Suga, Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Organisationschefin Seiko Hashimoto gerichteten Brief fordern die rund 6.000 Mediziner die Verantwortlichen auf, das Internationale Olympische Komitee (IOC) davon zu überzeugen, dass die Ausrichtung der Spiele abgesagt werden sollten.

Ärzteverband fordert Absage

"Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte", heißt es in dem Brief. Der Ärzteverband reiht sich damit ein in eine wachsende Zahl von Stimmen, die eine Absage der Spiele fordern. Laut einer Umfrage der Nachrichtenagentur Kyodo News befürworteten Mitte Mai knapp 60 Prozent aller Japanerinnen und Japaner eine Absage.

Vierte Corona-Welle im Ausrichterland Japan

Japan kämpft inzwischen gegen eine vierte Corona-Welle, obwohl die Regierung zum nun wiederholten Male den Notstand für Tokio und weitere Regionen verlängert hat. Er gilt vorläufig noch bis zum Ende dieses Monats. In dem Brief warnt der Ärztverband vor diesem Hintergrund vor einer Austragung der Olympischen Spiele und verweist auf die aktuelle Situation in Japan. Die Krankenhäuser etwa seien nahezu ausgelastet und hätten keine Kapazitäten mehr, heißt es weiter.

Die Japaner klagen außerdem über ein extrem langsames Fortschreiten der Impfkampagne. Seit Mitte Februar wurde erst knapp ein Prozent der etwa 125 Millionen zählenden Bevölkerung vollständig geimpft.

dpa | Stand: 18.05.2021, 12:06

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