Für Olympia: 100 Millionen Impfdosen aus der EU nach Japan

Die olympischen Ringe im Hafenviertel Odaiba in Tokio

Spiele in Tokio

Für Olympia: 100 Millionen Impfdosen aus der EU nach Japan

Corona-Impfstoff für Olympia: Die Europäische Union wird das Gastgeberland Japan im Kampf um die Durchführung der Sommerspiele (23. Juli bis 8. August) in Tokio unterstützen und mehr als 100 Millionen Impfdosen zur Verfügung stellen. Die Aktion ist ebenso wie die Austragung der Spiele sehr umstritten.

Mit dieser Anzahl an Dosen können rund 40 Prozent der japanischen Bevölkerung zweimal geimpft werden. Derzeit haben gerade erst rund fünf Prozent ihre Erstimpfung erhalten. Dass der Export genehmigt wird, teilte Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, am Donnerstag (27.05.2021) mit. "Wir unterstützen die sichere Austragung der Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio als Symbol der globalen Gemeinschaft im Kampf gegen Covid-19", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der EU und Japans.

Von der Leyen konnte jedoch nicht sagen, wie viele der 100 Millionen Impfdosen schon exportiert worden sind. Die EU habe keine Informationen über die Lieferzeitpläne der Pharmaunternehmen. Eine Kommissionssprecherin präzisierte laut Tagesschau, dass sich die Zahl der gut 100 Millionen Dosen auf die Zeit seit der Einführung der Exportkontrolle durch die EU Ende Januar beziehe. "Für die Lieferungen sind die Pharmafirmen zuständig", sagte sie. Üblicherweise erfolgten diese nach der Exportgenehmigung aber "einige wenige Wochen später."

Von der Leyen über Impfstoff: "Starkes Zeichen für Olympia" Sportschau 28.05.2021 00:32 Min. Verfügbar bis 28.05.2022 Das Erste

Spiele stark in der Kritik

Die Olympischen und Paralympischen Spiele in dem Land mit 126 Millionen Einwohnern stehen nach wie vor stark in der Kritik. Der Widerstand gegen die Durchführung der von 2020 auf diesen Sommer verlegten Großereignisse wächst. Zuletzt hatte sogar die Zeitung "Asahi Shimbun", selbst offizieller Partner der Spiele, zur Absage aufgerufen.

Tokio 2020 - Olympia trotz Corona-Notstand? Sportschau 26.05.2021 01:59 Min. Verfügbar bis 26.05.2022 Das Erste

Japan kämpft derzeit gegen die vierte Welle der Corona-Pandemie. Die Bevölkerung befürchtet eine weitere Verbreitung des Virus durch die ausländischen Gäste. Zuschauer aus dem Ausland sind zwar nicht zugelassen, allerdings reisen Sportler und Betreuer aus rund 200 Ländern nach Nippon. Ob japanische Fans die Wettbewerbe vor Ort verfolgen können, steht noch nicht fest.

Premierminister unter Druck

Japans Premierminister Yoshihide Suga steht wegen seiner schlechten Corona-Politik massiv in der Kritik. Sein Festhalten an der Durchführung der Spiele dürfte den Regierungschef bei den bevorstehenden Parlamentswahlen im September Stimmen kosten. Seine Beliebtheitswerte waren zuletzt auf einen Tiefstand von 33 Prozent gesunken.

Notstand soll verlängert werden

Derweil soll der Corona-Notstand in Tokio und anderen Regionen bis etwa einen Monat vor Eröffnung der Spiele verlängert werden. Ein Beratergremium der japanischen Regierung genehmigte eine Ausweitung der Maßnahme bis 20. Juni. Der Notstand lief bislang bis Ende Mai, zur Kontrolle der vierten Welle sei aber nach Regierungsangaben mehr Zeit nötig. Die Maßnahmen gelten in der Olympia-Stadt Tokio sowie neun weiteren Landesteilen und beinhalten vor allem die frühere Schließung von Bars und Restaurants sowie ein dortiges Verbot von Alkoholverkauf.

sid | Stand: 28.05.2021, 08:31

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