Olympia | ARD-DeutschlandTrend DeutschlandTrend - Geringes Interesse, aber breite Kritik an Olympia

Stand: 03.02.2022 13:34 Uhr

Dass die Olympischen Spiele in Peking stattfinden, hält laut ARD-DeutschlandTrend eine große Mehrheit für falsch. Generell hält sich das Interesse an den Wettkämpfen in Grenzen.

Von Ellen Ehni

Eine Mehrheit von 80 Prozent gibt an, sich weniger beziehungsweise gar nicht dafür zu interessieren. Nur knapp jeder Fünfte (19 Prozent) interessiert sich sehr stark beziehungsweise stark für die Wintersportwettbewerbe. Unter den Jüngeren ist das Interesse etwas weniger ausgeprägt, bei den über 65-Jährigen dagegen etwas stärker.

Nur 15 Prozent pro Peking

Dass diese Winterspiele an Peking vergeben wurden, bezeichnen zwei Drittel rückblickend als falsch, 15 Prozent als richtig. Die IOC-Abstimmung darüber fand 2015 statt: Damals setzte sich Peking mit 44 zu 40 Stimmen gegen Almaty in Kasachstan durch. Zuvor hatten sieben andere Kandidaten von einer offiziellen Bewerbung Abstand genommen.

In München, der Schweizer Region Graubünden und dem polnischen Krakau lehnten die Bürgerinnen und Bürger eine Kandidatur als Austragungsort in Referenden mehrheitlich ab. Oslo, Stockholm und Barcelona zogen sich unter anderem aus Kostengründen aus dem Rennen zurück. Zudem entschied sich Lwiw in der Ukraine wegen der damaligen politischen Unruhen im Lande gegen eine Bewerbung.

Sotschi hatte mehr Zustimmung

Auch die Olympischen Sommerspiele, die vor 14 Jahren ebenfalls in Peking stattgefunden hatten, waren damals von einer Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) kritisch gesehen worden, 38 Prozent hielten die Vergabe jedoch damals für richtig. Die Winterspiele im russischen Sotschi wurden 2014 von 57 Prozent der Deutschen kritisch gesehen und von 34 Prozent positiv bewertet.

Gut die Hälfte der Deutschen (52 Prozent) gibt an, dass sich ihre Sicht auf die Olympischen Spiele über die Jahre eher verschlechtert hat. Für vier von zehn Befragten (38 Prozent) haben sich im Verlauf der Jahre keine Änderungen bei der Sicht auf die Spiele ergeben. Bei kaum jemandem hat sich das Bild verbessert (zwei Prozent).

Umwelt, Politik, Corona - mehrere Gründe für die Kritik

Die Kritik der Bundesbürger an der diesjährigen Austragung der Winterspiele in China hat verschiedene Gründe: Zwei Drittel (68 Prozent) kritisieren die politischen Verhältnisse vor Ort. 17 Prozent halten die Vergabe an China rückblickend wegen der Umwelteingriffe beim Sportstättenbau, acht Prozent wegen der dortigen Corona-Regeln für falsch.