Die größten Probleme der Olympia-Taskforce

Olympische Ringe im Hafenviertel von Tokio

Olympia-Verlegung auf 2021

Die größten Probleme der Olympia-Taskforce

Zeit und Geld - das sind die Faktoren, durch die sich die Taskforce des Internationalen Olympischen Komitees bei der Verlegung der Spiele und der Suche nach einem neuen Termin vor allem kämpfen muss.

Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio auf das Jahr 2021 steht die vom Internationalen Olympischen Komitee einberufende Taskforce vor einem Berg von Aufgaben. Zeit und Geld sind dabei die Haupt-Stichpunkte für die "Tokio 2020 Neustart Task Force" genannte Kommission.

"Die Taskforce muss nicht nur gucken, dass das Event vor Ort funktioniert, sondern, dass das auch zeitlich in den Rahmen der 33 Sportfachverbände und deren Wettkampfkalender passt", erklärt Stefan Klos, Geschäftsführender Gesellschafter von Pro Projekt, einer führenden Planungsagentur für Sport-Großereignisse, im Sportschau-Gespräch.

Olympia: Die Suche nach dem richtigen Termin

Sportschau 27.03.2020 02:59 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 ARD Von Ulli Schäfer

Olympischer Exklusivanspruch

Für 2021 geplante Welt- oder Kontinentalmeisterschaften sind davon genauso betroffen wie Ligen oder Serien einzelner Sportarten. Darin steckt Konfliktpotenzial. "Natürlich gab es unterschiedliche Meinungen. Wir haben zum Beispiel im Tischtennis im Juni eine Weltmeisterschaft", erklärte Thomas Weikert, Präsident des Welttischtennis-Verbandes ITTF und Mitglied der Taskforce, im Sportschau-Gespräch.

Die Olympischen Spiele haben nämlich einen Exklusivanspruch. "Partner und Sponsoren zahlen dafür, dass sie ungeteilte Aufmerksamkeit haben", so Klos.

ITTF-Präsident Weikert: "Haben Rücklagen, um das Jahr zu meistern" Sportschau 27.03.2020 04:14 Min. Verfügbar bis 27.03.2021 Das Erste

Den größten Kostenfaktor in der Verschiebung sieht der Planungsexperte bei den Entschädigungen für Stornierungen und vor allem beim Personal: "Das sind üblicherweise 25 Prozent. Und 1.000 Leute jetzt ein Jahr länger zu beschäftigen, bedeutet enorme Kosten für den Veranstalter."

Gewisses Einsparpotenzial

Allerdings vermutet Klos dabei auch ein gewisses Einsparpotenzial, "indem man einige Services nur noch eingeschränkt anbietet und sich vor allem auf die Wettkämpfe konzentriert und die Bequemlichkeiten für Zuschauer oder Sponsoren zurückfährt."

Der Zeitdruck auf die Taskforce ist nach seiner Meinung dabei immens: "Das Komplizierteste ist, so eine Vielzahl an Verträgen in kurzer Zeit anzupassen, selbst wenn alle Vertragspartner gewillt sind. Wir reden wahrscheinlich über mehrere tausend Einzelverträge."

Enger Zeitraum für erste Entscheidungen

Weikert hatte bereits am Donnerstag (26.03.2020) einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen angenommen, bis ein neuer Termin für die Olympischen Spiele genannt werden könne.

Im Sportschau-Gespräch ließ er allerdings keine Zweifel offen, dass die Verbände das IOC bei der Entscheidungsfindung unterstützen werden: "Wir sehen ja, dass das eine schwierige Lage ist. Wir wollen, dass wir umfassend informiert werden, und dann kann das IOC auch auf unsere Unterstützung hoffen."

red; sid; dpa | Stand: 27.03.2020, 14:54

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