Die Skisprungfamilie Ahonen: Wie der Vater, so der Sohn

Mico Ahonen

Mico Ahonen bei der Ski-WM

Die Skisprungfamilie Ahonen: Wie der Vater, so der Sohn

Von Raphael Honndorf, Seefeld

Ein Blick auf die Starter-Listen der nordischen Ski-WM verrät, dass ein Herr Ahonen bei den Skisprung-Wettbewerben dabei ist. Aber es ist nicht das x-te Comeback von Janne, sondern die Premiere von Sohn Mico.

Janne Ahonen zählt zu den erfolgreichsten Skispringern der Geschichte - fünf Mal hat er die Vierschanzentournee gewonnen. Rekord. Irgendwie muss das an den Genen liegen. Den Beweis dafür will nun sein ältester Sohn Mico antreten. Er ist Teil der finnischen Mannschaft bei der nordischen Ski-WM in Seefeld und Innsbruck.

Für den Filius ist es der erste Auftritt am legendären Bergisel. Die Schanze in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck ist Schauplatz des WM-Springens von der Großschanze. Am Donnerstag (21.02.2019) stürzt sich dort zum ersten Mal auch Mico Ahonen in die Tiefe - mit dem berühmten Blick auf den Friedhof. Für den 17-Jährigen ist es der erste Auftritt im Konzert der Großen. Bisher war er im FIS oder Continental Cup unterwegs - alles mit überschaubarem Erfolg. Auch bei den Junioren-Weltmeisterschaften Ende Januar in Lahti reichte es nicht für die vorderen Plätze. Im Einzel wurde er 32.

Nun also der erste Testlauf bei den Profis. Aber die Voraussetzungen sind nicht die besten. Mico ist krank und muss das Training am Dienstag bereits auslassen. Mit seiner Leistung einen Tag später ist er auch nicht zufrieden. Die Krankheit behindert ihn und die Schanze liegt ihm nicht so sehr, erklärt er. Wenn man sich mit Ahonen Junior unterhält, zieht man unweigerlich Parallelen zu seinem Vater. Das Englisch ist holprig, die Antworten sehr kurz. Am liebsten antwortet er auf Ja-oder-Nein-Fragen.

Janne Ahonen mit Sohn Mico im Jahr 2005

Janne Ahonen mit Sohn Mico auf dem Arm im Jahr 2005

Kein Platz im Team auf der Großschanze

Den Wettkampf am Bergisel wird Mico Ahonen nicht bestreiten. Der finnische Trainer gibt vier anderen Athleten den Vorzug. Mehr darf eine Nation nicht zur Qualifikation stellen. Aber kein Problem für Mico. Er geht es langsam an. Während sein Vater bereits im Alter von 16 Jahren in Engelberg seinen ersten Weltcup-Sieg feierte, lässt er sich Zeit. In zwei Jahren will er im Weltcup dabei sein, das ist sein Ziel. Und dann hat er große Pläne. Sein Traum: "Ich will die die Vierschanzen-Tournee gewinnen!" Eine ordentliche Ansage für den sonst so schweigsamen Finnen. Sein Vater unterstützt ihn bei seinem großen Ziel. Der zweimalige Gesamtweltcup-Sieger kümmert sich um die Skier und den Anzug seines Sohnes.

Auch wenn die erste Entscheidung ohne Mico stattfindet, hat er weiterhin die Chance auf einen WM-Einsatz. Den nach dem Springen von der Großschanze folgen noch das Einzel von der kleinen Schanze und die Teamspringen. Seinen Favoriten für das erste Springen, konnten wir ihm dann doch noch entlocken: Kamil Stoch! Warum? "He's the best!" Wie einst sein Vater!

Das Thema im Programm: Sportschau, Das Erste, 23.02.2019, 09.00 Uhr

Stand: 21.02.2019, 18:02

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