Seefeld - Wintersportort mit langer Tradition

Der deutsche Eric Frenzel auf der Toni-Seelos-Schanze in Seefeld

Nordische Ski-WM

Seefeld - Wintersportort mit langer Tradition

Von Jo Herold

Nur zehn Kilometer hinter dem Grenzübergang Mittenwald-Scharnitz liegt Seefeld in Tirol. Der österreichische Ort blickt auf eine lange Wintersporttradition zurück und gilt als idealer Austragungsort für die nordische Ski-WM (19.2. - 3.3.2019).

1964 und 1976 konnte Seefeld im Rahmen der Olympischen Winterspiele Wettbewerbe ausrichten, 1985 war der 1200 Meter hoch gelegene Ort Schauplatz für die Nordische Ski-WM. Seit damals hat sich die gesamte Region ständig weiterentwickelt und fit für den Wintersport der Zukunft gemacht. Seit 2016 laufen die Vorbereitung für die 2019er-WM, beim Weltcup im Januar 2018 zeigte man sich gut gerüstet für das kommende große Fest.

Riesige Schneekanonen

Mit großem Aufwand hat man sich in Tirol der größten Herausforderung für Orte gestellt, deren Haupteinnahmequelle der Wintersport ist: der Schneesicherheit. Nicht nur für die WM, sondern für den gesamten Tourismus, wurde am Hausberg Gschwandnerkopf ein gigantischer Speicherteich für Wasser gebaut. 110.000 Kubikmeter Wasser fasst das Reservoir. Zusammen mit der Modernisierung der Beschneiungsanlagen können nun 60 Liter Schnee pro Sekunde produziert werden. Genug, um beispielsweise 10 Kilometer Loipen in 48 Stunden 40 Zentimeter hoch zu beschneien.

700 Athleten, 200.000 Besucher

Die Medaillen der Ski-WM in Seefeld

Für die 21 Wettbewerbe der Ski-WM werden mehr als 200.000 Besucher innerhalb der zwei Wochen dauernden WM erwartet. Darunter 700 Athleten aus 60 Nationen, und etwa 1.000 Medienvertreter. Ausgetragen werden alle Wettbewerbe rund um Seefeld, die Entscheidungen der Skispringer und Nordischen Kombinierer von der Großschanze (HS130) finden im 27 Kilometer entfernten Innsbruck statt. Auf der heimischen Toni-Seelos-Schanze mit einer Hillsize von 109 werden die Normalschanzen-Wettbewerbe ausgetragen.

Fußgängerzone für den kleinen Ort

Seefeld gilt seit jeher als innovativ und wegweisend im Wintersport. 1964 gönnte man dem kleinen Ort eine Umgehungsstraße für die Olympischen Winterspiele, 1976 wurde der Innenbereich des kleinen Ortes aus dem gleichen Grund als Fußgängerzone ausgewiesen. Damals war der Langlaufsport noch jung, die Sportgeschäfte hatten sich kurz zuvor noch geweigert, die dünnen Latten für die Skiwanderungen überhaupt zu verkaufen.

Erfindung der Loipen-Spurmaschine

Langläufer in Seefeld

Doch als gewitzte Seelfelder die erste Maschine für die Präparierung von Loipen erfanden, war das "Schicksal" der Region besiegelt. Mit Superlativen hält man sich im Vorfeld der WM 2019 im Westen Österreichs insgesamt eher zurück. Man nennt sich dort auch abseits des großen Sportfestes seit einiger Zeit nur einfach "bestes Langlaufzentrum der Welt". Die Nordische Ski-WM kann kommen.

Stand: 14.02.2019, 12:26

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