Es ist (fast) alles angerichtet in Seefeld

Blick ins Langlaufstadion zu Seefeld

WM-Splitter

Es ist (fast) alles angerichtet in Seefeld

Von Raphael Honndorf, Seefeld

Bevor am Mittwoch (20.02.2019) die Athletinnen und Athleten bei der nordischen Ski-WM erstmals in Aktion treten, haben wir einen Blick neben die Pisten und Schanzen geworfen. Ein Streifzug durch die Gastgeberstadt.

Erfahrungen mit Großereignissen hat Seefeld mehrfach gesammelt. Zu den Olympischen Winterspielen 1964 und 1976 sowie bei der nordischen Ski-WM 1985 war die kleine Gemeinde rund 25 Kilometer westlich der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck Schauplatz zahlreicher Entscheidungen. Von diesem Wissen profitiert der Ort auch im Vorfeld der Welttitelkämpfe 2019.

So begrüßt man seine Gäste

Wie zu jeder Großveranstaltung im Ski nordisch werden auch in Seefeld wieder zahlreiche Norweger kommen. Der berühmteste der Schlachtenbummler ist sicherlich König Harald V., der mit Gattin Sonja erwartet wird. Dass die Einheimischen mit ihm in Kontakt treten werden, ist eher unwahrscheinlich. Eine Begegnung mit einem norwegischen Fan wird aber nicht auszuschließen sein. Deshalb widmete die "Tiroler Tageszeitung" in ihrem WM-Spezial fast eine ganze Seite den Gästen aus Skandinavien - inklusive der wichtigsten Wörter wie dem Anfeuerungsruf "Heia Norge" und dem menschenverbindenden "Skål" (Prost).

Ausschnitt der Tiroler Tageszeitung zu den Gästen aus Norwegen

Ausschnitt der Tiroler Tageszeitung zu den Gästen aus Norwegen

Japaner schmücken bereits ihr Haus

Eine liebgewonnene Tradition bei Großveranstaltungen ist auch das Kennzeichnen der Reviere der Sportler. Nein, wir meinen nicht die Methode, die Hunde beim Gassi gehen vollziehen. Es geht um das Schmücken der Balkons mit den Landesflaggen. In Perfektion vollzogen wurde das bereits am Quartier der Japaner.

Abgesehen von zwei argentinischen und einer ecuadorianischen Fahne ist die Front des Hotels in Mösern fest in Nippon-Hand. Welchen Einfluss der Mix dieser Kulturen auf die Leistungen der Sportler hat, wird sich bei den Wettbewerben zeigen.

Ein mit Japan-Flaggen geschmücktes Haus

Ein mit Japan-Flaggen geschmücktes Haus

Medaille und Trophäe für den Sieger

Schweres und kostbares Gepäck für den Sieger: Die kommenden Weltmeister in den 22 Wettbewerben sollten etwas Platz im Koffer lassen. Denn neben der Medaille erhalten die Sieger auch einen Ehrenpreis. Nicht, weil Seefeld besonders nett ist, es ist eine Vorschrift des Weltskiverbandes FIS für Weltmeisterschaften. Also hat das lokale Organisationskomitee ein finnisch-schwedisches Forstunternehmen und einen lokalen Schmuckhersteller mit der Gestaltung beauftragt. Herausgekommen ist das "Alpen-Juwel", eine Holzskulptur der Tiroler Bergwelt mit einem funkelnden Kristall.

Trophäe für die WM-Sieger

Diese Trophäe mit Kristallen erhalten die Weltmeister zusätzlich zu ihrer Gold-Medaille

Letzter Technik-Check auch für die Produktionsfirmen

Damit nicht nur die Zuschauer in Seefeld in den Genuss der sportlichen Höchstleistungen kommen, muss natürlich einiges für die Medienvertreter vorbereitet werden. Das bedeutet zunächst einmal einen komplizierten Aufbau der Übertragungstechnik und das Einrichten von Arbeitsplätzen. In der WM-Halle in Seefeld ist das Medienzentrum mit dem Internationalen Sendezentrum (IBC) entstanden.

Hier werden die Pressekonferenzen mit den Siegern abgehalten, aber auch Sendungen geplant und Beiträge produziert. Dafür mussten Kabel gezogen, Anschlüsse gelegt und Zugänge freigeschaltet werden. Nun wird alles auf Herz und Nieren getestet. Selbiges gilt auch für die Moderatorenplattformen und Kommentatoren-Plätze direkt an den Wettkampfstätten. Erst wenn alles reibungslos klappt, wird sich dem nächsten Projekt gewidmet.

Stellproben auf der ARD-Presenterplattform

Stellprobe auf der ARD-Presenterplattform

Sonne tanken statt Spaßmeile

Die Fußgängerzone von Seefeld verwandelt sich während der WM in die "Nordic Mile", oder anderes gesagt: eine Partymeile. Eingebettet in ein musikalisches Rahmenprogramm werden dann auch die Siegerehrungen an der Medal Plaza stattfinden. Noch ist aber nicht viel los, denn die Besucher tanken Sonne. Was für die Gäste aktuell ein Traum ist, könnte für die Sportler zu einem Problem werden. Sonnige Abschnitte auf der Strecke wechseln sich mit schattigen ab. Mal schwitzt man, mal friert man. Mal läuft der Ski, mal läuft er nicht ...

Besucher in Seefeld tabnken Sonne

Besucher in Seefeld tabnken Sonne

Glücksspiel der österreichischen Langläufer?

Ganz ohne Blick auf die Sportler kommt dieser Tag aber nicht aus. Das österreichische Langlauf-Team um Dominik Baldauf und Lisa Unterweger hatte zur Pressekonferenz eingeladen. Und weil eine Heim-WM etwas Besonderes ist, war auch die Location der Pressekonferenz eine besondere - nämlich im Casino von Seefeld.

"Es ist lässig, wenn man die Leute an der Strecke kennt", erklärte Benjamin Moser, der unweit von Seefeld aufgewachsen ist. Dem 21-Jährigen, der bisher noch ohne Einsatz im Weltcup ist, merkte man die Nervosität der ersten großen Pressekonferenz spätestens dann an, als er eine Frage zum Thema Nervosität nicht beantworten konnte, weil er die gestellte Frage vergessen hatte.

Pressekonferenz der österreichischen Langläufer im Casino Seefeld

Pressekonferenz der österreichischen Langläufer im Casino Seefeld

Das Thema im Programm: MDR aktuell, 19.02.2019, 17.45 Uhr

Stand: 19.02.2019, 17:13

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