Langlauflager entsetzt über Doping-Skandal

Peter Schlickenrieder

Nordische Ski-WM in Seefeld

Langlauflager entsetzt über Doping-Skandal

Der neuerliche Dopingskandal im Langlauf hat die Szene erschüttert. Trainer und Sportler des DSV reagierten gleichermaßen traurig und empört.

Langlauf-Bundestrainer Peter Schlickenrieder war konsterniert. "Ich finde es immens bedenklich, dass so nahe bei uns in einer ganzen Trainingsgruppe so etwas betrieben wird, ich bin schockiert", sagte er nach dem 15-km-Rennen am Mittwoch (27.02.2019) im ZDF: "Trotz des engmaschigen Kontrollnetzes passiert so etwas Schockierendes. Wir müssen alles tun, dass so etwas nicht mehr geschehen kann."

Bögl: "Das stimmt mich extrem traurig"

Auch die DSV-Läufer reagierten empört und traurig. Sebastian Eisenlauer meinte: "Das ist für den Sport nicht gut. Schwarze Schafe gibt es leider immer. Wichtig ist, dass sie knallhart entfernt werden. Wir können uns glücklich schätzen, wenn die raus sind." Lucas Bögl  erklärte: "Das stimmt mich extrem traurig. Es sind offenbar größere  Probleme vorhanden als ich gedacht habe. So macht es keinen Spaß." Zugleich meinte er über den geständigen Dopingsünder Johannes Dürr: "Wenn es so ist, dass er zur Aufklärung beigetragen hat, dann ist es gut, dass er sich gemeldet hat."

Ramelow: "Sportler, die etwas wissen, sollen reden"

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte mit Blick auf die auch in Erfurt stattgefundene Razzia: "Das ist eine ziemliche Katastrophe." Er hoffe auf eine rasche und umfangreiche Aufklärung der Vorwürfe. Doping schade dem Ansehen des Sports und "dem Ansehen des Sportstandorts Thüringen". Ramelow forderte mutmaßliche Betroffene auf, sich selbst bei der Polizei zu melden: "Ich appelliere an die Sportler, die von etwas wissen, dass sie reden oder gar Anzeige erstatten."

Neun Festnahmen in Seefeld und Erfurt

Im österreichischen WM-Ort Seefeld und in Erfurt hat die Polizei am Mittwoch einen Schlag gegen organisiertes Doping geführt und insgesamt neun Personen festgenommen, darunter auch Sportler, die für das WM-Rennen über 15 Kilometer am selben Tag gemeldet waren. Ausgelöst worden waren die Ermittlungen durch eine ARD-Doku über den des Dopings überführten österreichischen Langläufer Johannes Dürr. 

Stand: 27.02.2019, 17:24

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