Eric Frenzel gewinnt überraschend Gold

Nordische Ski-WM

Eric Frenzel gewinnt überraschend Gold

Kombinierer Eric Frenzel sichert sich bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld im Einzel die Goldmedaille. Der Sachse war am weitesten gesprungen und wählte in der Loipe die richtige Taktik.

Nach einen Sprung von der Großschanze von Innsbruck und zehn Kilometern auf der Strecke verwies Frenzel den Norweger Jan Schmid und Franz-Josef Rehrl aus Österreich auf die Plätze zwei und drei. Fabian Rießle und Johannes Rydzek landeten auf den Plätzen sieben und neun. "Hätte mich gestern einer nach ihm gefragt, den hätte ich für wahnsinnig erklärt. Er ist ein Riesenathlet. Vor einer Woche wurde er noch von den anderen niedergekämpft. Aber er gibt nie auf und ist jetzt Weltmeister", jubelte ein aufgelöster Bundestrainer Hermann Weinbuch.

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Bärenstarker Sprung schockt die Konkurrenz

Frenzel hatte sich mit einem Sprung auf 130,5 Meter eine hervorragende Ausgangsposition verschafft. Damit schockte er die Favoriten aus Österreich und Norwegen. Mario Seidl und Franz-Josef Rehrl kamen ebenso wenig an diese Traumweite heran, wie der norwegische Weltcup-Gesamtsieger Jarl Magnus Riiber.

Große Frage - reicht die Kraft?

Die große Frage vor dem Rennen war: Wie wird sich Frenzel verhalten? Der Vorsprung auf Seidl, Rehrl und Schmid betrug nur fünf bis zehn Sekunden. Würde der 30-Jährige kein Tempo machen, drohten die starken Läufer aus dem eigenen und vor allem dem norwegischen Lager. "Wir wissen nicht genau, wie stark er in der Loipe ist. Er war krank. Die letzten Tage ist er in Schwung gekommen. Ich hoffe, es reicht“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Die Verfolger kommen immer näher

Das Führungsquartett Eric Frenzel, Mario Seidel, Franz-Josef Rehrl, Jan Schmid

Das Führungsquartett Eric Frenzel, Mario Seidel, Franz-Josef Rehrl, Jan Schmid

Es dauerte nur wenige hundert Meter, da war das Quartett zusammen, die Verfolger holten auf den ersten 2,5 Kilometern mächtig viel Zeit auf, Riiber sogar eine halbe Minute. Bei Halbzeit blieb es bei 20 Sekunden auf die starken Rießle, Antoine Gerard aus Frankreich, Akito Watabe aus Japan und Riiber. Und auch Rydzek hatte sich noch lange nicht aufgegeben.

Frenzel hat die schnellsten Beine

Doch die Aufholjagd hatte Kraft gekostet, das Quartett vorn mit Frenzel behauptete den Vorsprung und machte die Medaillen unter sich aus. Der erste Angriff kam von Schmid, Seidl brach weg. Dann der Angriff von Frenzel, und keiner konnte folgen. Das dritte Einzel-Gold bei einer Weltmeisterschaft war eingetütet. "Es hat alles gepasst. Auch ein bisschen Glück war dabei, wir hatten hervorragendes Material", jubelte der neue Weltmeister.

Das Thema im Programm: Sportschau, Das Erste, 22.02.2019, 16.00 Uhr

rei/dpa | Stand: 22.02.2019, 16:44

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