Medaillenchancen der Deutschen

Katharina Althaus (r) aus Deutschland jubelt nach einem Sprung mit Ramona Straub (M) und Carina Vogt (l).

Nordische Ski-WM in Seefeld

Medaillenchancen der Deutschen

Von Dirk Kosanke

Die Nordischen Kombinierer haben Schwächen auf der Schanze, bei den Skispringern sind die drei besten der vergangenen Jahre mehr oder weniger nicht in Form. Dennoch kann der DSV in beiden Sportarten auf Medaillen hoffen.

Bei den letzten Weltmeisterschaften, 2017 in Lahti, haben die Athleten des Deutschen Ski-Verbandes sechs Titel und insgesamt 11 Medaillen gewonnen. Vier der sechs Goldmedaillen gingen auf das Konto der Kombinierer um Johannes Rydzek. Skispringerin Carina Vogt und das Mixed-Team holten die anderen beiden. Ob das in diesem Jahr wieder gelingt, ist schwer zu sagen, aber einige Medaillenchancen hat das DSV-Team durchaus.

Skispringen: Frauen im Team haushoher Favorit

Wenn es irgendeinen Titel gäbe, der fest eingeplant ist, dann der im Teamwettbewerb der Skispringerinnen. Das DSV-Quartett mit Katharina Althaus, Carina Vogt, Juliane Seyfarth und Ramona Straub hat beide Wettbewerbe in diesem Winter haushoch gewonnen. Außerdem sind die Deutschen die einzigen, die vier Spitzenspringerinnen haben. Im Einzel ist ebenfalls Edelmetall möglich, Gold wird angesichts der Überlegenheit von Maren Lundby und einer wiedererstarkten Sara Takanashi schwer.

Skispringen: Geiger-Sieg nährt Hoffnungen

Karl Geiger, Markus Eisenbichler, Richard Freitag, Stefan Leyhe (von Links nach rechts)

Severin Freund ist nicht mehr in Form gekommen, Andreas Wellinger zu instabil, Richard Freitag zu verunsichert. Lange sah es in diesem Winter so aus, als müssten die DSV-Adler es mit einem "Grand ohne dreien" versuchen. Eigentlich sogar "ohne vier", denn mit David Siegel fehlt einer, dessen Formkurve vor seiner Verletzung steil nach oben gegangen war. Doch unmittelbar vor der WM verwies Karl Geiger die großen WM-Favoriten Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi derart fulminant auf die Ehrenplätze, dass die Hoffnungen auf Edelmetall in den Einzelspringen ein gehöriges Stück berechtigter wurden. Zudem zeigte sich Freitag stark verbessert, und auch Markus Eisenbichler, und Stephan Leyhe können in Seefeld vorn mitspringen, im Team sowieso und im Einzel nach dem Motto: Einer kommt durch. Prognose: drei Medaillen.

Nordische Kombination: Podium Ziel in jedem Wettbewerb

Das Ergebnis von Lahti dürfte in diesem Jahr nicht zu wiederholen, geschweige denn zu toppen sein. Vor zwei Jahren gewannen die deutschen Kombinierer alle vier Wettbewerbe und sammelten insgesamt sechs Medaillen. In diesem Jahr verlieren sie zu viel auf der Schanze, und nach Aussage von Bundestrainer Weinbuch sind die Strecken für unsere Langläufer zu leicht, um das wieder aufzuholen. Zudem sind die Norweger Jarl Magnus Riiber und Jörgen Graabak extrem ausgebufft im Schlussspurt. Wenn die vier Topleute, Eric Frenzel, Vinenz Geiger, Fabian Rießle und Johannes Rydzek fit sind, ist dennoch in der Staffel Gold machbar, und auch im Teamsprint sollte auf jeden Fall eine Medaille drin sein. In den Einzeln kann alles passieren.

Langlauf: Medaille wäre Sensation

Bei den vergangenen Weltmeisterschaften waren die Langläufer ohne Medaille geblieben. Beste Resultate waren ein Top-Ten-Platz von Steffi Böhler und sechste und siebte Ränge in den Teamwettbewerben.  Mehr sollte man auch diesmal nicht erwarten. Katharina Hennig ist in den Distanzrennen ein Platz unter den besten 10 zuzutrauen, gleiches gilt für Sandra Ringwald im Sprint. Die Staffeln, vor allem die der Frauen, waren bei den Weltcups zwar nie in Bestbesetzung angetreten und damit immer etwas unter Wert geschlagen worden. Ein Eingreifen in den Medaillenkampf zu erwarten, wäre dennoch vermessen. Bundestrainer Peter Schlickenrieder hat ohnehin schon die WM 2021 im heimischen Oberstdorf im Blick.

Thema in: Das Erste, Sportschau am 21.02.2019, 14.10 Uhr

Stand: 17.02.2019, 11:18

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