Norweger Røthe ist Weltmeister im Skiathlon

Langlauf in Seefeld - der WM-Skiathlon der Herren Sportschau 23.02.2019 01:15:55 Std. Verfügbar bis 23.02.2020 Das Erste

Nordische Ski-WM 2019

Norweger Røthe ist Weltmeister im Skiathlon

Sjur Røthe ist neuer Weltmeister im Skiathlon. In einem taktischen Rennen über die 30 Kilometer siegte der Norweger und ließ alle Topfavoriten hinter sich. Bester Deutscher war Florian Notz, der ein ordentliches Ergebnis erzielte.

Nicht der absolute Topfavorit Johannes Hoesflot Klaebo stand beim Skiathlon nach jeweils 15 Kilometern im klassischen und im freien Stil ganz oben, auch nicht der Russe Sergej Ustjugow. Stattdessen zeigte der 30-jährige Sjur Røthe eine taktische Meisterleistung und triumphierte etwas überraschend vor dem Russen Alexander Bolschunow und seinem Landsmann Martin Johnsrud Sundby.

Klaebo wurde um mehr als vier Minuten abgehängt und belegte einen enttäuschenden 30. Rang. Damit landete er auch hinter Florian Notz (18.), Jonas Dobler (25.) und Andreas Katz (28.), die dem DSV ein ordentliches Ergebnis bescherten.

"Ganz zufrieden bin ich nicht. Ich hatte mir etwas mehr vorgenommen", sagte Notz im Ersten. Trotzdem durfte er zufrieden sein. Fand auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder.

Deutsches Trio hält lange mit

Zunächst blieb das Feld - anders als zuvor bei den Frauen - relativ geschlossen. Erst allmählich bildete sich eine etwa 25 Fahrer starke Führungsgruppe heraus, in der alle Favoriten, aber auch drei der vier gestarteten Deutschen, nämlich Dobler, Notz und Katz dabei waren.

Richtig gut lief es zunächst für Katz, der seine Stärke in der klassischen Technik ausspielte und sich zeitweise weit vorne in der Spitzengruppe aufhielt. Aber auch Notz hielt den Anschluss. Kurz vor dem Wechsel auf die Skater-Skier waren noch sieben Athleten in der Führungsgruppe. Überraschend nicht dabei die Mitfavoriten Klaebo und Ustjugow.

Notz zum Skiathlon: "Hab mir ein bisschen mehr vorgenommen" Sportschau 23.02.2019 00:43 Min. Verfügbar bis 23.02.2020 Das Erste

Sechsköpfige Spitzengruppe setzt sich ab

Der Franzose Clément Parisse ging überraschend als Führender in die zweite Rennhälfte, gefolgt von Røthe und dem Briten Andrew Musgrave. Klaebo, der zu allem Überfluss auch noch mit Problemen beim Skiwechsel zu kämpfen hatte, fiel weiter zurück und belegte zu diesem Zeitpunkt nur Rang 18, noch hinter Notz (14.) und Katz (17.).

Iivo Niskanen und Sjur Röthe

Nun entwickelte sich ein spannendes Rennen, in dem sich auch Notz weiterhin zeigte, auch wenn er natürlich nicht mit der nun sechsköpfigen Spitzengruppe mithalten konnte. Dort versuchten Bolschunow (Russland) und Røthe abwechselnd, sich abzusetzen. Das gelang zwar nicht. Vor allem der Russe , der viel Führungsarbeit verrichtete, sorgte aber dafür, dass der Vorsprung auf die Verfolger immer größer wurde.

Røthe siegt im Schlusssprint

Røthe sparte in dieser Rennphase wichtige Körner. Und das zahlte sich aus: Als Erster musste Musgrave etwas abreißen lassen. Martin Johnsrud Sundby (Norwegen), Parisse und der Finne Livo Niskanen blieben noch dran. Zwei Kilometer vor dem Ziel hatten noch fünf Läufer die Chance auf den Sieg. Bolschunow versuchte es von vorne, die anderen lauerten auf den richtigen Moment für den entscheidenden Antritt. Sundby versuchte es am vorletzten Anstieg, aber der kam zu früh. Auf der Zielgeraden zog schließlich Røthe an allen vorbei und siegte vor Bolschunow und Sundby. Niskanen musste sich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Als vierter Deutscher kam Lucas Bögl auf Rang 34. Bundestrainer Peter Schlickenrieder zeigte sich zufrieden: "Die WM-Vorbereitung war von Krankheiten und Verletzungen gekennzeichnet. Das heute war das, was wir im Moment können. Es haben die absoluten Ausdauertiere gewonnen. Für die Staffel bin ich jetzt ganz zuversichtlich."

Thema in: Wintersport im Ersten, 23.02.2019, Ab 11.00 Uhr

wp | Stand: 23.02.2019, 13:44

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