Neue Skikönige und Skiköniginnen gesucht

Langläuferin Therese Johaug

Nordische Ski-WM

Neue Skikönige und Skiköniginnen gesucht

Marit Björgen und Petter Northug sind nicht mehr dabei, Johannes Rydzek ist wohl nicht in der Form für weitere vier WM-Titel: Bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften werden in Seefeld neue Skikönige und Skiköniginnen gesucht.

Nimmt man den bisherigen Saisonverlauf als Maßstab, können die neuen WM-Superstars nur aus Norwegen kommen. Allerdings hatte man das vor zwei Jahren auch im finnischen Lahti gedacht, und dann stach Kombinierer Johannes Rydzek aus dem Allgäu mit viermal WM-Gold alle anderen Anwärter im Kampf um die Krone aus.

Heiße Anwärter und Überraschungskandidaten

Mindestens drei Titel muss man holen, um sich als WM-Skikönig feiern lassen zu dürfen. Dafür kommen normalerweise nur Langläufer infrage, die jeweils sechs Rennen absolvieren können. Da aber auch die Kombinierer vier Titelchancen besitzen, steigen auch deren Chancen. Und die Beispiele Rydzek und Jason Lamy Chappuis aus Frankreich, der 2013 in Val di Fiemme dreimal triumphierte, zeigen, dass sie diese auch zu nutzen wissen.

Einer aus ihren Reihen könnte 2019 wieder ein heißer Kandidat sein: Jarl Magnus Riiber aus Norwegen. Der 21-Jährige gewinnt in dieser Saison, wie er will, hat seit Anfang Februar auch schon den Gesamtweltcup in der Tasche. Angesichts der Olympia-Erfahrung von Pyeongchang, als er vor einem Jahr im Einzel leer ausging, bleibt er aber bescheiden: "Ich möchte einmal Edelmetall im Einzel gewinnen. Das wäre eine große Sache für mich", sagte Riiber.

Langläufer Johaug und Kläbo die Top-Favoriten

Wie er glauben viele, dass seine norwegischen Landsleute in der Langlauf-Loipe wieder die Akzente setzen werden. Und dabei dominieren zwei Namen: Therese Johaug und Johannes Kläbo. Johaug, die erstmals nach ihrer Dopingsperre wieder bei einem Großereignis startet, dürfte außer dem Sprint und dem Teamsprint auch die vier restlichen Wettbewerbe bestreiten und ist in Langstreckenrennen in diesem Winter noch ungeschlagen. Das Gefühl, Skikönigin der WM zu sein, kennt die 30-Jährige bereits. In Falun 2015 holte sie drei Titel.

Kläbo ist spätestens seit Olympia allen bekannt. Dort holte er drei Goldmedaillen. Nach seinem Tour-de-Ski-Sieg traut man dem 22-Jährigen alle sechs WM-Starts zu. Ob er dem Erwartungsdruck - auch an sich selbst - standhalten kann, muss abgewartet werden.

Außenseiterchancen haben auch andere Langläufer. Stina Nilsson aus Schweden beispielsweise hat sich mittlerweile auch auf längeren Distanzen etabliert. Oder die Russen um Alexander Bolschunow und Natalia Neprajewa, die nicht erst in dieser Saison ihr großes Potenzial ausspielen. Vielleicht auch Tour-de-Ski-Siegerin Ingvild Flugstad Östberg aus Norwegen, die gegen die überlegene Johaug aber Außenseiterin ist.

Skispringer dürfen sich keinen Fehler erlauben

Vier Titelchancen haben auch die Skispringer. Da ist aber die Weltspitze derart kompakt, dass ein einziger Fehler bereits den Medaillentraum beenden kann. Kaum vorstellbar, dass ein Springer derart konstant über die so unterschiedlichen Bakken in Innsbruck und Seefeld kommt, dass ihm drei Siege gelingen. Ryoyu Kobayashi aus Japan gilt im Einzel als Favorit, ist im Team und Mixed aber auch von seinen Teamkollegen abhängig. Auch Kamil Stoch aus Polen und dem Österreicher Stefan Kraft, der in Lahti Doppel-Weltmeister wurde, wird einiges zugetraut.

Thema in B5 aktuell, Dienstag 15.55 Uhr

Stand: 19.02.2019, 11:49

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