DOSB und DSV - Kein deutscher Sportler betroffen

DOSB-Präsident: Keine deutschen Athleten betroffen Sportschau 28.02.2019 09:35 Min. Verfügbar bis 28.02.2020 Das Erste

Doping

DOSB und DSV - Kein deutscher Sportler betroffen

Im Skandal um das mutmaßliche Doping-Netzwerk eines Erfurter Mediziners wehrt sich der deutsche Spitzensport gegen einen Generalverdacht. Sowohl DOSB als auch der Skiverband DSV betonen, deutsche Sportler seien nicht betroffen.

Kein deutscher Kader-Athlet sei in der Praxis des Sportarztes Mark S. betreut worden, beteuerte DOSB-Chef Alfons Hörmann am Donnerstag (28.02.2019) bei der Nordischen Ski-WM und konterte damit auch Verdächtigungen des österreichischen Skiverbandspräsidenten Peter Schröcksnadel. Er sei "sehr zuversichtlich, dass es genau bei dem Stand bleibt, dass der deutsche Sport im Sinne der Athletinnen und Athleten davon nicht direkt betroffen ist", sagte Hörmann der ARD. Auch der Olympia-Stützpunkt in Erfurt habe "keinerlei Beziehung zu dieser Praxis".

DSV verneint Zusammenarbeit mit Arzt

Auch der Deutsche Skiverband bestritt noch einmal jeglichen Kontakt zu dem Mediziner. DSV-Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach erklärte, es habe keinerlei Zusammenarbeit, Behandlungen oder Untersuchungen von DSV-Athletinnen und -Athleten mit und bei dem Sportarzt gegeben: "Es gibt keinerlei Verbindungen, weder zwischen dem Thüringer Skiverband, noch mit dem Olympiastützpunkt Thüringen und gleich gar nicht mit dem Deutschen Skiverband."  

Haftbefehl für Mediziner

Der Arzt werde nach einem Termin beim Ermittlungsrichter in die Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim gebracht, sagte ein Sprecher des Erfurter Amtsgerichtes am Donnerstag. Der Sportmediziner Mark S. war am Mittwoch aus seiner Praxis in Erfurt abgeführt worden. Laut Süddeutscher Zeitung wurden bei ihm zahlreiche Blutbeutel und eine Zentrifuge gefunden. S hatte unter anderem für die Radsport-Teams Gerolsteiner und Milram gearbeitet. Schon in dieser Zeit war ihm eine Verwicklung in Doping-Praktiken vorgeworfen worden. Er hatte dies stets bestritten.

Langläufer weiter in Gewahrsam

Die fünf festgenommenen Langläufer sind laut der Staatsanwaltschaft Innsbruck noch in Gewahrsam. Ob sie in Untersuchungshaft kommen, müsse bis spätestens Freitagmittag entschieden werden. Ihnen droht nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu drei Jahre Haft. Sie könnten wegen Sportbetrugs angeklagt werden, sagte Sprecher Hansjörg Mayr am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Doping selbst sei nach österreichischer Rechtslage nur strafbar, wenn man es bei anderen anwendet: "Es gibt aber eben das Vergehen des Sportbetrugs."

Österreichs Polizei will am Freitag informieren

Das österreichische Bundeskriminalamt wird frühestens am Freitagnachmittag neue Auskünfte geben. "Wenn überhaupt, wir müssen erst einmal alles evaluieren. Es kann auch länger dauern, wir haben eine riesige Bandbreite an  Sicherstellungen", sagte ein Sprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bei der Doping-Razzia in Seefeld waren sieben Verdächtige festgenommen worden, darunter fünf Athleten aus Österreich, Kasachstan und Estland.

Stand: 28.02.2019, 14:53

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