Österreichischer Ski-Verband will Langlauf loswerden

Langlauf-Arena Seefeld

Doping

Österreichischer Ski-Verband will Langlauf loswerden

Nach der Doping-Razzia bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und den Festnahmen mehrerer Langläufer will der Präsident des Österreichischen Skiverbandes eine radikale Lösung.

ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel will sich von der gesamten Langlauf-Sparte trennen. "Ich werde in der nächsten Präsidiumssitzung den Ausschluss der Langläufer aus dem Verband fordern", sagte er der Kronen-Zeitung: "Einen Sport, in dem es immer wieder zu solchen Vorfällen kommt, sollte man nicht auch noch unterstützen." Zuvor hatte er in einer ÖSV-Pressemitteilung lediglich davon gesprochen, "nach dieser Saison den Langlaufsport im ÖSV völlig neu organisieren" zu wollen.

Trennung von Langlauf-Chef Gandler

Schröcksnadel gab zudem die Trennung von Langlauf-Chef Markus Gandler bekannt. Im ORF sagte Schröcksnagel, Gandler treffe persönlich zwar keine Schuld am neuerlichen Dopingskandal, es werde aber dennoch Konsequenzen geben. Gandler war bereits Sportlicher Leiter, als es bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin zu einer Razzia im österreichischen Biathlon- und Langlauflager kam und auch 2014 beim Dopingskandal um Johannes Dürr in Sotschi .

Rückzug der Langlaufstaffel

Als unmittelbare Konsequenz zieht der ÖSV seine Langlaufstaffel vom Wettbewerb am Freitag (01.03.2019) ab. Nach der Festnahme von zwei Athleten wegen Blutdopingverdachts verfügt der ÖSV in Seefeld nur noch über drei erfahrene Langläufer sowie zwei Nachwuchsathleten. In der Frauen-Staffel am Donnerstag war ein Start von vornherein nicht vorgesehen.

ÖSV-Chef: Eltern erfahren zuletzt von Drogen

Der ÖSV-Chef betonte, dass der Skandal nichts mit dem Verband zu tun habe: "Keiner unserer Betreuer hatte damit etwas zu tun. Wenn Kinder Drogen nehmen, erfahren auch immer die Eltern als letzte davon. Es handelt sich um einen internationalen Ring, der zum Glück zerschlagen wurde."

Bei mehreren Razzien in Seefeld und in Deutschland waren nach Angaben des österreichischen Bundeskriminalamts am Mittwoch neun Personen festgenommen worden, darunter fünf Sportler: Zwei Österreicher, zwei Esten und ein Kasache. Der Einsatz trug den Namen Aderlass.

Thema in Das Erste, Mittagsmagazin 28.02.2019, 12:00 Uhr

Stand: 28.02.2019, 10:17

Darstellung: