Deutsche Langläufer peilen nächsten Top-10-Rang an

Langlauf-Sprint bei der Ski-WM

Vor dem Skiathlon am Sonnabend

Deutsche Langläufer peilen nächsten Top-10-Rang an

Von Raphael Honndorf, Seefeld

Nach dem fünftem Platz von Victoria Carl ist die Stimmung bei den deutschen Langläufern gut. Mit dem Schwung aus dem Sprint peilt das Team von Peter Schlickenrieder die nächste Überraschung an.

Vier Männer und drei Frauen werden die Farben des Deutschen Ski-Verbandes bei der zweiten Langlauf-Entscheidung im Rahmen der Nordischen Ski-WM in Seefeld vertreten. Andreas Katz und Florian Notz, sowie die zuletzt krankheitsbedingt pausierenden Jonas Dobler und Lucas Bögl starten im Skiathlon über 30 Kilometer. Bei den Frauen müssen die ebenfalls erst seit einer Woche ins Training zurückgekehrte Katharina Hennig, sowie WM-Debütantin Pia Fink und Sprint-Überraschung Sophie Krehl 7,5 Kilometer in der klassischen Technik und 7,5 Kilometer im Freistil absolvieren.

Die Medaillen sind sehr wahrscheinlich außer Reichweite, aber dennoch will sich das deutsche Team gut verkaufen. "Wir erwarten uns persönliche Bestleistungen. Für Jonas Dobler und Lucas Bögl wird es nach den letzten Wochen eine Standortbestimmung, auch in Hinblick auf die Staffel", erklärte Bundestrainer Peter Schlickenrieder am Freitag (22.02.2019). Die meisten Chancen auf eine Top-Platzierung bei den Männern rechnet er sich für Florian Notz aus: "Wenn er den Klassikteil gut übersteht und dort dran bleibt, ist ein Platz unter den besten zehn drin."

Notz' Taktik: Mitlaufen und Kraft sparen

Notz selber erklärt sich als Fan des Skiathlons, auch wenn sein Highlight, das 50-Kilometer-Rennen, am letzten Tag der Welttitelkämpfe sein wird. Für den Skiathlon sieht er sich gut gerüstet, dämpft aber etwas die Erwartungen. "Ich nehme mir schon viel vor, aber in der klassischen Technik war ich in dieser Saison nicht so gut", so Notz. Seine Taktik lautet: Auf den ersten 15 Kilometern mitlaufen und dabei Kraft sparen, um dann gut ins Skating zu kommen. Die für Samstag erwarteten Temperaturen kommen ihm fast entgegen: "Ich mag die Sonne, aber es könnte ein bisschen kälter sein." Ob sein Rennen dann gut oder schlecht war, will er nicht am Ergebnis, sondern an seiner Leistung festmachen.

Florian Notz

Florian Notz

Katz will nach Problemen unter der Woche "mal schauen, wie ich in den Wettkampf komme." Er wäre schon zufrieden, wenn er "tot und kaputt im Ziel liegt", weil er dann weiß, alles gegeben zu haben. Bögl geht wegen einer Erkrankung in der Vorbereitung auf die WM mit keinen allzu großen Erwartungen in den Wettbewerb. Sein persönliches Ziel ist dennoch forsch gewählt. "Ein Platz unter den Top 15. Den habe ich bei der letzten WM und bei Olympia knapp verpasst. Es wäre absolut top, wenn ich das schaffen würde."

"WM-Küken" Fink peilt Top 20 an

Bei den Damen sieht Bundestrainer Schlickenrieder Pia Fink mit der besten Ausgangssituation. "Sie ist immer besser in Schwung gekommen zuletzt. Es würde mich riesig freuen, wenn Pia unter die besten 15 läuft", so der Silbermedaillengewinner im Sprint der Olympischen Spielen 2002. Fink selbst freut sich zunächst einmal, die Atmosphäre der WM aufsaugen zu können. "Das ist schon alles eine Nummer größer als im Weltcup", gibt sie zu. Deswegen will sie eigentlich auch kein genaues Ergebnis voraussagen, sondern "das beste Rennen der Saison bestreiten". Beide Techniken liegen ihr, deswegen glaubt sie an einen guten Wettkampf. Am Ende lässt sich die 23-Jährige doch noch eine Platzierung entlocken: "Die Top 20 wären schon ein gutes Ergebnis."

Pia Fink

Pia Fink

Etwas offensiver mit ihrer Prognose ist hingegen Katharina Hennig. Trotz gesundheitlicher Probleme in der direkten Vorbereitung ist sie voll motiviert. "Ich muss schauen, wie der Körper reagiert. Ich wäre sehr glücklich mit einer Top 15-Platzierung", so Hennig.

An der Motivation wird es beim deutschen Team also nicht scheitern, dennoch ist die Konkurrenz groß und die Ausgangslage mit zahlreichen Problemen in der Vorbereitung nicht einfach. Es wird viel von der Taktik abhängen. Sollten bereits im Klassik-Teil große Attacken kommen, wird es für die deutschen Läufer und Läuferinnen schwer, Schritt zu halten. Lukas Bögl fasste es so zusammen: "Wir sind im Rennen eher in der Defensive und müssen reagieren. Als Team können wir nicht soviel ausrichten." Ein Erfolg, wie er Axel Teichmann vor zwölf Jahren gelang, als er im japanischen Sapporo über die 2x15 Kilometer die Goldmedaille erlief, ist am Samstag also nicht zu erwarten. Gewinnen kann das deutsche Team dennoch sehr viel.

Das Thema im Programm: Sportschau, Das Erste, 23.02.2019, 09.00 Uhr

Nordische Ski-WM - das Finale im Sprint der Damen Sportschau 21.02.2019 05:45 Min. Verfügbar bis 21.02.2020 Das Erste

Stand: 22.02.2019, 15:09

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