FIS-Präsident Kasper - "Wenn wir anfangen, die Prostituierten zu zählen ..."

Gianfranco Kasper bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld

Ausraster des FIS-Präsidenten in Seefeld

FIS-Präsident Kasper - "Wenn wir anfangen, die Prostituierten zu zählen ..."

Von Dirk Hofmeister, Seefeld

Nächster Auftritt von Gian Franco Kasper, nächste Peinlichkeit des Präsidenten des Ski-Weltverbandes. Bei der Nordischen Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld verteidigte Kasper eine FIS-Entscheidung mit einem zweifelhaften Vergleich - und einem Ausraster.

Die nordische Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld ist noch nicht richtig eröffnet, da hat sie schon ihren ersten Aufreger. Am Rande der Eröffnungs-Pressekonferenz reagierte Gian Franco Kasper mit einem Ausraster auf Nachfragen von Journalisten zum Austragungsort des FIS-Kongresses 2020 im thailändischen Pattaya.

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"Ich bin Demokrat"

"Das ist nichts, was ich zu entscheiden habe. Ich bin ein Demokrat", schrie Kasper Journalisten an, die ihn nach dem Ende der offiziellen Pressekonferenz hartnäckig Fragen zu den Gründen für die Entscheidung stellten, den FIS-Kongress ausgerechnet in einer Hochburg des Sex-Tourismus in Thailand stattfinden zu lassen. "Wenn es eine Wahl gibt, dann akzeptiere ich diese Wahl. Ich kann nicht sagen, ich akzeptiere nicht."

FIS-interne Opposition gegen Pattaya

Der Ski-Weltverband hatte bereits im November entschieden, den Kongress nach der Absage von Marrakesch in Marokko in Thailand abzuhalten. Gegen den Widerstand einer FIS-internen Opposition u.a. aus Norwegen bekräftigte das Council der FIS die Entscheidung kürzlich während der alpinen Ski-WM in Are. Norwegens Verband äußerte die Befürchtung, dass dies dem Ruf der FIS schade, Verbandspräsident Erik Röste kündigte in der norwegischen Tageszeitung "Aftenposten" an, rechtliche Schritte gegen die Entscheidung zu prüfen.

"Jede Stadt hat Prostituierte"

Gianfranco Kasper bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld

Gianfranco Kasper bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld

In Seefeld reagierte Kasper am Mittwoch (20.02.2019) auf Nachfragen zu Thailand zunächst  zynisch: "Wenn wir bei jedem Kongress vorher die Anzahl der Prostituierten in der Stadt zählen, haben wir Probleme. Jede Stadt hat Prostituierte", sagte er. Später verteidigte der FIS-Präsident, die Entscheidung sei demokratisch gefallen. Dabei nahm er auch Bezug auf ein Interview, in dem er kürzlich sagte, dass es leichter sei, in Diktaturen Großveranstaltungen zu organisieren. "Da bin ich falsch verstanden worden. Ich verteidige die Demokratie. Aber ich meine, in jedem Dorf gibt es Diktatoren".

Stand: 20.02.2019, 17:29

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