Wurde positiv auf das Coronsvirus getestet: Egan Bernal.

Radsport

Nach Operationen: Radsportler Bernal wieder bei Bewusstsein

Stand: 26.01.2022, 17:57 Uhr

Der frühere Tour-de-France-Sieger Egan Bernal ist nach einem schweren Trainingsunfall in seiner Heimat Kolumbien und mehreren Operationen wieder bei Bewusstsein.

"Der Patient hat die Entfernung der Beatmungshilfe ohne Komplikationen überstanden", hieß es in der fünften Mitteilung des Universitätsklinikums La Sabana in der Nähe von Bogotá am Mittwoch (26.01.2022). Er könne seine Arme und Beine bewegen.

Der Tour-de-France-Sieger von 2019, Egan Bernal, hatte am Montag (24.01.2022) bei einem Trainingsunfall in seinem Heimatland Kolumbien mehrere Brüche sowie eine Verletzung der Brustwirbel erlitten. Bernal war auf dem Zeitfahrrad mit einem Bus kollidiert.

Erfolgreicher neurochirurgischer Eingriff an den Brustwirbeln

Unter anderem erfolgte nach Angaben der Ärzte ein erfolgreicher neurochirurgischer Eingriff an den Brustwirbeln. Die Funktionalität und die neurologische Unversehrtheit sei dabei erhalten geblieben. Neben den Wirbelverletzungen erlitt Bernal einen Oberschenkel- und Kniescheibenbruch sowie ein Thoraxtrauma.

Sein Team Ineos-Grenadiers hatte am Montagabend (24.01.2022) lediglich den Unfall mitgeteilt und dass Bernal im Krankenhaus, ansprechbar und stabil sei. Bernal sollte die britische Mannschaft in diesem Jahr als Kapitän zur Tour führen.

Nähere Informationen zum Unfall im rund 30 km von der Hauptstadt Bogota entfernten Gachancipa hatte Ineos Grenadiers in seiner Mitteilung zunächst nicht genannt. Den Angaben lokaler Verkehrsbehörden zufolge jedoch prallte Bernal auf einen Bus, als das Fahrzeug an einer Haltestelle stoppte.

Bernal seit dem Tour-Sieg ein Nationalheld

In sozialen Netzwerken kursierten Fotos von der Unfallstelle. Auf den Bildern ist Bernal auf dem Boden liegend und von seinen Teamkollegen umringt ebenso zu erkennen wie eine Beule im Heck des Busses.

"Gute Besserung Champ", schrieb der deutsche Radprofi Simon Geschke auf Twitter und reihte sich damit in die weltweit enorme Anteilnahme in der Radsportszene ein. "Mein Freund, ich wünsche dir eine schnelle Genesung. Du bist ein Champion und du wirst es noch einmal beweisen", schrieb der zweimalige spanische Tour-Sieger Alberto Contador. Auch Kolumbiens Präsident Iván Duque wünschte dem Radsport-Star eine schnelle Genesung. Seit Bernal 2019 als erster Südamerikaner die Tour gewann, ist er ein Nationalheld.

Beinahe-Unfall erst vor wenigen Tagen

Bernal bereitete sich zuletzt mit Teilen seiner Mannschaft in seiner Heimat auf die bevorstehende Saison vor. Erst vor wenigen Tagen waren der Südamerikaner und seine Kollegen während einer Trainingsfahrt nur knapp einem Unglück entgangen, als ein offenbar außer Kontrolle geratenes Fahrzeug auf den Fahrerpulk zugerast war und die Gruppe mit Mühe noch hatte ausweichen können.

Bernals Unfall wenige Tage später erinnert an den schweren Sturz seines früheren Teamkollegen Chris Froome. Der viermalige Tour-Sieger war im Juni 2019 bei der Dauphiné-Rundfahrt bei einer Streckenbesichtigung von einer Windböe erfasst und gegen eine Hauswand geschleudert worden. Froome hatte dabei unter anderem einen komplizierten Oberschenkelbruch erlitten und konnte bis heute nicht wieder sein früheres Leistungsniveau erreichen.

Ob dieses Schicksal auch Bernal droht, ist völlig offen. Der 25-Jährige dürfte zumindest davon profitieren, dass er zum Zeitpunkt seines Unfalls fast zehn Jahre jünger war als Froome.

Der Crash zu Wochenbeginn wirft Bernal auf jeden Fall in der Zielsetzung für die anstehenden Wettbewerbe zurück. Er wolle zur Tour zurückkehren, sagte er nach der Verlängerung seines Vertrags mit Ineos Grenadiers bis 2026.

2021 erstmals Sieg beim Giro d'Italia

Bernal war 2020 ein Jahr nach seinem Überraschungserfolg zum bislang letzten Mal bei der Frankreich-Rundfahrt dabei. Wegen einer Rückenverletzung musste er jedoch vorzeitig aufgeben und damit seine Hoffnungen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung begraben. Im vergangenen Jahr verzichtete Bernal auf einen Start bei der "Grand Boucle", startete stattdessen beim Giro d'Italia - und gewann diesen erstmals.

Quelle: red/sid/dpa

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