Königsklassenrennen: BVB? Leverkusen? Frankfurt! Wolfsburg!

Eintracht Frankfurt gewann beim BVB und setzte sich von den Dortmundern ab.

Fußball-Bundesliga

Königsklassenrennen: BVB? Leverkusen? Frankfurt! Wolfsburg!

Im Rennen um die Champions-League-Plätze ziehen zwei Außenseiter davon. Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg haben beste Chancen, Schwergewichte wie den BVB aus der Königsklasse zu verdrängen.

"Die Tabelle der Bundesliga wird immer stärker zementiert", hat der erfahrene Fußball-Manager Heribert Bruchhagen gern und häufig gesagt.

Aber der Ort, an dem seine These zumindest in dieser Saison widerlegt wird, ist ausgerechnet der Ort, an dem er selbst mehr als zwölf Jahre als Vorstandsvorsitzender saß: das Stadion von Eintracht Frankfurt. Dort spielen am nächsten Samstag die Eintracht und der VfL Wolfsburg gegeneinander. Zwei Außenseiter, die schon seit Wochen auf einem Champions-League-Platz stehen und die einem deutlich besser besetzten wie auch teurer bezahlten Rivalen wie Borussia Dortmund immer weiter enteilen.

"Angesichts der Tatsache, dass die Borussia jetzt sieben Punkt hinter uns liegt, war das ein ganz, ganz großer Sieg", sagte Bruchhagens Nachfolger Fredi Bobic nach dem Frankfurter 2:1 (1:1)-Erfolg beim BVB. "So habe ich die Jungs in Dortmund noch nie spielen sehen."

Die Wolfsburger machten sich dieses Ergebnis ebenfalls zunutze, indem sie selbst eines ihrer schwächeren Spiele gegen den 1. FC Köln noch verdient mit 1:0 (0:0) gewannen und nun sogar schon elf Punkte Vorsprung auf den Champions-League-Dauergast aus Dortmund haben. "Warum sollen wir nur nach hinten schauen und nicht nach vorne? Leipzig ist nur drei Punkte vor uns", sagte Trainer Oliver Glasner mit einem Selbstbewusstsein, das Zuhörer kurz stutzig machte.

Der Traditionsclub aus Frankfurt und die VW-Tochter aus Wolfsburg sind in ihrer Struktur zwar nicht vergleichbar. Beide haben in den vergangenen Jahren aber mit einer großen Beständigkeit und mit einer beeindruckenden Trefferquote auf dem Transfermarkt gearbeitet (Kostic, Silva, Younes/Weghorst, Baku, Lacroix). Hinzu kommt: Beide österreichischen Trainer haben daraus jeweils ein Team geformt, das mittlerweile genau nach ihren Vorstellungen spielt. Adi Hütters Frankfurter immer offensiv und attraktiv, Glasners Wolfsburger immer mit enormer Physis und einem starken Pressing.

"Vom Fachlichen her und mit seiner Art und Weise sehe ich Oliver Glasner ganz weit vorne", sagte Maximilian Arnold, als er in einem "Kicker"-Interview um einen Vergleich seiner bisherigen Profitrainer gebeten wurde.

Nach Bruchhagens Maxime müsste nun der Punkt erreicht sein, an dem sich ein paar deutlich namhaftere Clubs sehr intensiv mit den Protagonisten in Frankfurt und Wolfsburg beschäftigen. So wie es der Eintracht vor zwei Jahren schon einmal mit ihren Stürmern Luka Jovic, Ante Rebic und Sebastien Haller erging. Tatsächlich dürften vor allem die Ausnahmespieler Filip Kostic und André Silva sehr begehrt sein. Was sich eine Etage höher in der sportlichen Leitung abspielt, passt allerdings so gar nicht in die Nahrungskette des Fußball-Geschäfts.

Denn Sportvorstand Bobic, Trainer Hütter und Sportdirektor Bruno Hübner werden gerade nicht von Bayern München oder Real Madrid abgeworben, sondern beschäftigen sich offenbar mit einem Wechsel zu Hertha BSC, Borussia Mönchengladbach und in eine Art vorzeitigen Ruhestand. "Das wäre natürlich eine starke Zäsur, wenn Adi Hütter auch noch gehen würde. Ich glaube aber, dass er bleibt", sagte Bruchhagen am Ostersonntag in einem Sky-Interview. "Die Eintracht hat in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen, dass der Satz gilt: 'Wenn einer geht, dann kommt ein anderer.'" Und das mit Erfolg.

dpa | Stand: 05.04.2021, 13:36

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