Koalitionsvertrag: Athleten zufrieden - Kritik vom DFB

In Berlin hatten die Ampel-Parteien den gemeinsamen Koalitionsvertrag vorgestellt.

Regierungspläne

Koalitionsvertrag: Athleten zufrieden - Kritik vom DFB

Die Sportinhalte im Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP sind bei der Vereinigung Athleten Deutschland positiv aufgenommen worden. Kritik gab es hingegen vom Deutschen Fußball-Bund.

Nach Aussage von Interimspräsident Rainer Koch liegt das Programm der Koalitionäre hinter dem Beschluss des EU-Parlaments vom Dienstag zum Schutz des europäischen Sports.

Die Europa-Abgeordneten hatten in ihrer Resolution eine Art Rundumschlag zu verschiedensten Aspekten der Sportpolitik gemacht. Unter anderem sprachen sie sich gegen die im Frühjahr gescheiterte European Super League (ESL) aus, ohne diese explizit zu nennen.

"Ich bedauere sehr, dass der am Mittwoch veröffentlichte 'Ampel'-Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung im krassen Gegensatz zur klaren Positionierung des Europäischen Parlaments keine konkreten Aussagen zum europäischen Sportmodell und zu weiteren zentralen Kernfragen des Sports trifft und insbesondere keine konkreten Zielsetzungen benennt", sagte Koch in einer DFB-Mitteilung.

Geschäftsführer Johannes Herber von der Vereinigung Athleten Deutschland lobte indes die bei den Koalitionsverhandlungen vereinbarten Punkte von SPD, Grünen und FDP.

"Grundlagen für einen echten Paradigmenwechsel"

"Wir freuen uns sehr über das ambitionierte Programm, das sich die neue Regierungskoalition für den Sport auferlegt hat", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Der Koalitionsvertrag bietet die Grundlagen für einen echten Paradigmenwechsel."

Begrüßt wird von dem Athletenverein besonders die angekündigte Unterstützung für den Aufbau eines unabhängigen Zentrums für Safe Sport. "Die neue Regierung macht den Schutz vor Gewalt und Missbrauch im Sport damit zur Priorität und sendet ein starkes Signal der Unterstützung an Betroffene", sagte Herber.

Anerkennung zollen die Athleten der Absicht, die Rahmenbedingungen für den Spitzensport zu verbessern. "Damit verbunden ist das Vorhaben der künftigen Regierung, die Förderung stärker an die Erreichung von Zielvorgaben, Good-Governance-Kriterien und die Qualifikation von Leistungssportvorgaben zu knüpfen sowie die Einrichtung einer unabhängigen Institution zur Mittelvergabe", erklärte Herber. Der Erfolg der Vorhaben werde von der Ausgestaltung der Förderkriterien sowie den Kompetenzen der neuen Institution abhängen: "Entscheidend wird sein, von Beginn an die Weichen richtig zu stellen."

Dazu benötige man einen neuen Gesellschaftsvertrag für den Spitzensport, der gemeinsame Zielvorstellungen, Maßnahmen, Werte und Rollen definiere. "Dieser Konsens kann nur im Dialog mit allen Akteuren des Spitzensports erzielt werden - und wir stehen bereit, uns dabei konstruktiv einzubringen", kündigte Herber an.

Explizit wird in dem Koalitionsvertrag für die Jahre von 2021 bis 2025 zudem die dauerhafte Finanzierung von Athleten Deutschland genannt, um die Mitwirkung der Sportler zu stärken. Herber sieht dies als "Vertrauensbeweis und Ansporn zugleich".

dpa | Stand: 25.11.2021, 17:53

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